Apportieren beibringen – So klappt es mit jedem Hund

Ein Hund läuft über eine Wiese mit einem Dummy im Maul.
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Apportieren: Das ist mehr als nur Stöckchen werfen! Bist du gerade auf der Suche nach einer passenden Beschäftigung für deinen jungen Hund? Oder möchtest du deinem älteren Vierbeiner etwas Neues beibringen? Dann lies jetzt weiter! Erfahre, was Apportieren eigentlich ist, welche Hilfsmittel du brauchst und wie du deinem Hund das Apportieren beibringen kannst. Wer weiß, vielleicht wird das Apportieren ja zur Lieblingsbeschäftigung von dir und deinem Hund!

Was bedeutet Apportieren?

Das Verb „apportieren“ leitet sich von dem lateinischen Wort „apportare“ ab und bedeutet „herbeibringen“. Dieser Begriff stammt aus der Jagd und beschreibt das Bringen der erlegten Beute. Heute ist damit aber auch das Bringen von anderen Gegenständen wie beispielsweise Bällen, Dummys oder Spielzeug gemeint. Einige Hunde, insbesondere Jagdhunderassen, zeigen dieses Verhalten schon von Natur aus, andere Hunde hingegen müssen es erst erlernen. Unter den Jagdhunden sind die sogenannten Retriever jene Spezialisten, denen das Apportieren im Blut liegt und den Apport schnell lernen.

Hund das Apportieren beibringen
Es gibt Rassen, die das Apportieren im Blut haben aber grundsätzlich kann jeder Hund das Apportieren lernen.

Kann jeder Hund Apportieren lernen?

Ja, grundsätzlich kann jeder Hund das Apportieren lernen. Die meisten Vierbeiner finden auch Gefallen daran, Gegenstände aufzuspüren, aufzuheben und zum Menschen zu bringen. Apportieren kann sehr gut jedem Alter, jeder Rasse und den jeweiligen Bewegungsmöglichkeiten des Hundes angepasst werden. Das Apportel kann geworfen oder abgelegt werden, wodurch dieser Sport auch für alte oder sehr junge Hunde geeignet ist. Dennoch ist es von Vorteil, wenn dein Hund bereits etwas erzogen ist und die Grundkommandos beherrscht. Auch sollte sich dein Vierbeiner problemlos ableinen lassen, um das Apportieren im Gelände üben zu können.

Ab welchem Alter kann ein Hund Apportieren lernen?

Dein Hund muss kein bestimmtes Alter erreichen, um mit dem Apportieren beginnen zu können. Es ist sogar ein Vorteil, wenn du mit deinem Vierbeiner früh startest und ihm beibringst, Gegenstände aufzuheben und an dich abzugeben. Das kannst du bereits mit einem Welpen üben. Natürlich solltest du darauf achten, die Trainingseinheiten bei einem Welpen oder einem Junghund nur sehr kurz zu halten, damit dein Vierbeiner auf keinen Fall überfordert wird. Zu viel Geschwindigkeit oder zu abrupte Stopps solltest du ebenfalls vermeiden. Das könnte sonst zu langfristigen Gelenkschäden führen, da der Bewegungsapparat deines Hundes noch nicht voll entwickelt ist. Du kannst das Apportel bei einem jungen Hund einfach ein paar Meter entfernt ablegen, anstatt es zum Beispiel weit zu werfen. 

Den Zahnwechsel deines Hundes solltest du ebenfalls beachten: Im Alter von vier bis sechs Monaten kann das Maul schmerzen, weswegen dein Hund in diesem Zeitraum eventuell keinen Gegenstand in den Mund aufnehmen und halten möchte. Manche Hunde nehmen das Apportel zwar auf, möchten es dann aber nicht mehr hergeben, sondern lieber darauf rumkauen. Darauf solltest du Rücksicht nehmen und erstmal auf Apportiertraining verzichten. 

Auch ältere Hunde können das Apportieren noch lernen. Passe das Training auf bestehende körperliche Einschränkungen, wie zum Beispiel Erkrankungen des Bewegungsapparats, an, um deinen Hund nicht zu überfordern. Lege den zu apportierenden Gegenstand vielleicht auch hier nur ein paar Meter entfernt von deinem Vierbeiner auf den Boden und lasse ihn beim Holen sein eigenes Tempo wählen. 

Welpe apportiert mit einem Futterbeutel
Apportieren hält fit und unterstützt dich bei der Erziehung deines Hundes!

Warum sollte mein Hund apportieren lernen?

Wenn du einen Hund in dein Leben holst, solltest du dich immer mit den Bedürfnissen deines neuen Begleiters auseinandersetzen. Die allermeisten Hunde brauchen sowohl geistige als auch körperliche Auslastung, um glücklich und zufrieden zu sein. Das Apportieren bietet sich hier ideal an: Es unterstützt dich in der Erziehung deines Hundes, stärkt eure Bindung zueinander und dein Vierbeiner profitiert motorisch, sowie auch geistig von der spaßigen Beschäftigung. Ein praktischer Nebeneffekt ist natürlich auch, dass dein Hund lernt dir den gewünschten Gegenstand zu bringen.

Selbstverständlich ist das Bedürfnis nach Beschäftigung und Bewegung sehr individuell und hängt von Faktoren wie der Rasse oder der Persönlichkeit deines Hundes ab. Um für dich und deinen Vierbeiner die ideale Aktivität zu finden, kannst du dich in deiner Hundeschule beraten lassen oder unseren Artikel zum Thema Hundesport durchlesen.

Ist Apportieren gut für meinen Hund?

Wenn dein Hund körperlich fit ist und Spaß daran hat, ist das Apportieren eine tolle Möglichkeit: Dein Hund wird nicht nur beschäftigt, ihr stärkt durch die Zusammenarbeit auch eure Bindung und könnt gemeinsam Erfolgserlebnisse feiern. Solltest du Sorge haben, dass sich das Apportiertraining negativ auswirken könnte, solltest du deinen Hund vorab tierärztlich untersuchen lassen und die Geschwindigkeit des Trainings an die Möglichkeiten deines Hundes anpassen. Wenn du dann auch noch darauf achtest, dass er wirklich Freude an der Aktivität zeigt und dich bei Problemen in einer Hundeschule beraten lässt, kannst du eigentlich nichts mehr falsch machen.

Besonders toll: Apportieren kannst du auch bei schlechtem Wetter, denn du musst nicht zwangsläufig draußen trainieren. Bei manchen Hunden ist es sogar sinnvoll, erst in einer sehr reizarmen Umgebung zu starten (zum Beispiel im Wohnzimmer), bevor ihr euch ins Gelände wagt. 

Welche Ausrüstung brauche ich für das Apportieren?

Beim Apportieren ist keine besondere Ausrüstung nötig. Du brauchst lediglich einen Gegenstand, beispielsweise ein Dummy, der von deinem Hund apportiert werden kann. Ein Dummy ist ein länglicher Gegenstand aus einem robusten Material wie Leder oder festem Stoff, an dem eine Wurfhilfe in Form einer Schnur angebracht ist. Der Dummy ist entweder mit Sägemehl oder einem Kunststoffgranulat gefüllt. Es gibt auch eine Variante, die innen leer ist, und mit Leckerlis oder Trockenfutter gefüllt werden kann – das ist der sogenannte Futterdummy oder Futterbeutel. Da dein Hund nicht von allein an die Leckerlis kommt, muss er dir den Futterbeutel bringen und wird dann aus diesem belohnt. 

Natürlich kannst du auch andere Gegenstände verwenden, wie zum Beispiel einen Ball oder ein Holzapportel, auch bekannt als Apportierholz. Wichtig ist, dass sich dein Hund an dem Wurfgegenstand nicht verletzen kann. Er sollte also keine spitzen Ecken haben, nicht splittern und groß genug sein, damit er nicht verschluckt werden kann! Den verwendeten Gegenstand solltest du wirklich nur für das Training benutzen, dein Hund sollte keinen freien Zugang dazu haben. So lernt er den Unterschied zwischen dem Apportiergegenstand und einem normalen Spielzeug.

Außerdem sind Leckerlis beim Training hilfreich, um deinen Hund zu belohnen. Falls ihr im Gelände trainiert, ist festes Schuhwerk für dich sinnvoll. Ist euer Rückruf noch nicht zuverlässig, solltest du eine Schleppleine dabei haben, um deinen Hund abzusichern. Dein Hund beißt ständig in die Leine und somit ist an sinnvolles Arbeiten nicht zu denken? Dann schau mal hier rein! 

Beim Apportieren ist das Zubehör also wirklich überschaubar und diese Beschäftigung somit gut geeignet, wenn du nicht gleich viele Dinge kaufen möchtest.

Hund beim Apportieren im Wasser
Am besten klappt der Einstieg ins Apportieren mit einem Dummy. Ob mit oder ohne Futter gefüllt ist Typsache.

Schritt für Schritt Anleitung: Apportieren mit dem Futterdummy

Es gibt unterschiedliche Ansätze, deinem Hund das Apportieren beizubringen. Im Folgenden zeigen wir dir zwei verschiedene Möglichkeiten, wie du das Apportieren Schritt für Schritt aufbauen kannst.

Die erste Variante ist geeignet für Hunde, die sehr auf Leckerlis fokussiert sind. Wenn du merkst, dass diese Variante für euch nicht funktioniert und sich dein Hund eher mit einem Zerrspiel motivieren lässt, ist für euch Möglichkeit 2 die bessere Vorgehensweise. 

Schritt 1: Vorbereitung

Bei dieser Herangehensweise wird dem Hund das Apportieren mit einem Futterdummy beigebracht, später wird dann auf einen anderen Gegenstand umgestiegen. Ein Futterdummy ist eine Art Futterbeutel, der meist aus Nylon besteht und mit einem Reißverschluss versehen ist. Dieser lässt sich mit Leckerlis füllen und ist ein gutes Hilfsmittel, um Apportieren zu lernen. Durch den Einsatz des Futterdummys verknüpft der Hund meistens schneller Gegenstand und Belohnung miteinander. Dein Hund muss jedoch zunächst lernen, dass der Dummy eine Belohnung bedeutet. Gib deinem Vierbeiner in anderen Trainingssituationen nun immer Leckerlis direkt aus dem Dummy. Das solltest du ausreichend oft wiederholen, bis dein Hund verstanden hat, dass es die Belohnung aus dem Futterdummy gibt. 

Schritt 2: Beginn des Trainings

Sobald dein Hund verstanden hat, dass er seine Belohnung aus dem Futterdummy bekommt, kannst du mit dem Apportiertraining beginnen. Fülle dafür den Dummy mit besonders hochwertigen Leckerlis. Zeige deinem Hund den gefüllten Beutel, aber lass ihn diesmal nicht daraus fressen. Verschließe ihn stattdessen und wirf ihn weg oder lege ihn ein Stück entfernt ab. Sobald dein Hund zu dem Dummy läuft, fängst du an, ihn zu loben. Motiviere ihn, den Gegenstand aufzunehmen und zu dir zu bringen.

Dieser Schritt kann viel Geduld erfordern. Erwarte anfangs nicht zu viel von deinem Hund, sondern lobe ihn überschwänglich, wenn er den Dummy auch nur kurz ins Maul nimmt oder die Tendenz dazu zeigt. Geh dann direkt zu ihm, öffne den Dummy und gib deinem Hund eine Belohnung daraus. So kannst du dich Schritt für Schritt steigern. Achte aber darauf, dass er mit dem Dummy nicht davonläuft. 

Der zweite Schritt ist dann erfolgreich, wenn folgender Ablauf klappt: Du wirfst den Dummy oder legst ihn weg und entfernst dich von der Stelle. Dein Hund läuft zu dem Gegenstand und nimmt ihn auf. Dann bringt er ihn zu dir und gibt ihn auch freiwillig ab. Das kann einige Zeit dauern. Essentiell ist, dass der Hund den Futterbeutel nicht von allein öffnen kann, sondern wirklich nur mit deiner Hilfe an das Futter kommt. 

Schritt 3: Einführung des Kommandos

Wenn du das Apportieren mit deinem Hund professionell trainieren möchtest, wird meistens das Kommando „Apport“ verwendet. Solltest du eine spezielle Prüfung mit deinem Vierbeiner absolvieren wollen, macht es Sinn, von Anfang an dieses Kommando zu verwenden. Wenn du aber einfach nur in deiner Freizeit apportieren willst, kannst du natürlich ein beliebiges anderes Wort wählen. 

Ist Schritt 2 bereits gefestigt ist, folgt nun das Einführen des Kommandos. Immer dann, wenn dein Hund gerade den Dummy vom Boden aufnimmt, sagst du das Kommando. Das musst du sehr oft wiederholen, bis dein Hund einen Zusammenhang zwischen der Aktion und dem Wort herstellen kann. Nach und nach benutzt du das Wort immer früher, während dein Hund das Apportel holt. 

Wenn du testen möchtest, ob dein Hund das Kommando schon verstanden hat, kannst du deinen Hund im Sitzen oder Liegen warten lassen, während du den Dummy ablegst. Anschließend sagst du dein gewähltes Kommando. So siehst du, ob dein Hund schon eine Verknüpfung herstellen konnte und den Futterdummy zu dir bringt oder ob du nochmal einen Schritt zurückgehen musst. 

Schritt 4: Apportieren eines leeren Dummys

Bis jetzt hast du deinen Hund den gefüllten Futterdummy apportieren lassen. Jetzt ist es ander Zeit, das Futter aus dem Dummy zu nehmen. Prinzipiell kannst du auch beim gefüllten Dummy bleiben, aber wenn du später einen anderen Gegenstand einführen möchtest, solltest du zuerst auf einen leeren Futterdummy umsteigen.  

Natürlich ist eine hochwertige Belohnung trotzdem noch wichtig. Die hast du bestenfalls in deiner Tasche. Gehe nun wie gewohnt vor und belohne deinen Vierbeiner diesmal mit den Leckerlis, die du bei dir trägst. Sollte dieser Schritt für deinen Hund zur Herausforderung werden, kannst du den Dummy auch nochmal mit Futter füllen, deinen Hund dann aber abwechselnd aus dem Dummy und aus deiner Tasche belohnen. Anstatt von komplett gefüllt auf komplett leer zu reduzieren, kannst du auch einfach nach und nach die Futtermenge im Dummy runterfahren. 

Schritt 5: Umsteigen auf einen anderen Gegenstand

Wenn du nicht nur mit dem Futterdummy arbeiten möchtest, kannst du nach Schritt 4 ein anderes Apportel nutzen. Die Voraussetzung dafür ist, dass dein Hund das Prinzip nicht nur verstanden, sondern auch verinnerlicht hat. 

Zunächst bietet sich ein Gegenstand an, der dem Futterdummy ähnlich sieht – beispielsweise ein normaler Dummy. Werfe nun abwechselnd den neuen Gegenstand und den bekannten Futterdummy und lasse die Belohnung besonders toll ausfallen, wenn dein Hund das gewünschte Apportel zu dir bringt. 

Falls dein Hund von dem neuen Gegenstand überfordert ist und irgendwann gar nichts mehr apportiert, lege eine Pause ein und gehe im Training wieder ein paar Schritte zurück.

Wenn du einen Hund hast, der sehr gerne schwimmt, kannst du das Apportieren auch aus dem Wasser üben. Vor allem die Rassen Labrador Retriever, Golden Retriever, Landseer und Neufundländer sind besonders Wasser begeistert und gute Schwimmer. Flüsse mit starker Strömung solltest du allerdings vermeiden, denn das könnte für deinen Hund lebensgefährlich werden. Für den Anfang eignen sich vor allem stehende Gewässer. Außerdem sollte dein Hund nicht unmittelbar vor dem Wassertraining gefressen haben und aufgewärmt sein. 

zwei Hunde apportieren
Rennt dein Hund mit dem Apportel vor dir weg? Dann ist es vielleicht besser das Apportieren ohne Futterdummy zu üben.

Wie geht das Apportieren ohne Futterdummy?

Die zweite Möglichkeit ist dann sinnvoll, wenn du merkst, dass dein Hund kein großes Interesse an dem abgelegten oder geworfenen Gegenstand zeigt. Auch wenn dein Hund dazu neigt, mit dem Apportel vor dir wegzulaufen, ist diese Variante die Richtige für euch. Bei dieser Methode lernt der Hund zuerst das Abgeben des Apportels, bevor er auf das eigentliche Holen trainiert wird.

Schritt 1: Zur Beute machen

Gib deinen Apportiergegenstand nicht aus der Hand, sondern zeige deinem Hund wie interessant dieser ist, indem du ihn ruckartig hin und her bewegst. So simulierst du potentielle Beute, die er fangen kann. Bewege den Gegenstand dabei nie auf deinen Hund zu, sondern immer von ihm weg. Echte Beute würde schließlich auch nie in das offene Maul deines Hundes laufen.

Bei dieser Trainingsvariante eignet sich ein gut greifbares Spielzeug besser als ein Futterdummy. Wenn du nach ein paar Sekunden des Bewegens merkst, dass dein Hund gerne in das Spielzeug beißen würde, dann lass ihn zuschnappen. Im Moment des Reinbeißens sagst du ein Kommando wie beispielsweise „Nimm“. Bewege die Beute weiter und mache daraus ein kleines Zerrspiel mit deinem Hund. 

Anschließend hörst du plötzlich auf, das Apportel zu bewegen und signalisierst somit den Tod der Beute. Das führt dazu, dass dein Hund das Interesse an der Beute verliert und freiwillig loslässt. Sage im Moment des Loslassens ein Kommando wie „Danke“, und nimm es von nun an immer, wenn dein Vierbeiner dir das Apportel übergeben soll. 

Schritt 2: Beute mit Sicherung werfen

Wenn dein Hund dir das Apportel mit dem gewählten Kommando zuverlässig übergibt, kannst du nun zum Werfen übergehen. Dazu befestigst du anfangs einfach eine Leine an dem Apportel. So kann sich dein Hund nicht direkt mit der Beute aus dem Staub machen. Behalte nun ein Ende der Leine in der Hand und wirf das andere Ende samt Apportel. Ziehe es noch etwas hin und her, damit dein Hund sich mit Freude darauf stürzt. 

Wenn dein Hund den Gegenstand ins Maul genommen hat, hole die Leine langsam mitsamt Hund und Beute ein, bis du das Apportel wieder mit beiden Händen hast. Nimm es deinem Vierbeiner aber auf keinen Fall gleich weg, sondern spiele noch ein bisschen mit deinem Hund. Lasse dann die Beute wieder erstarren und nimm sie mit deinem gewählten Kommando entgegen. Sollte dein Vierbeiner in deine Hand beißen, statt in das Apportel, brich das Spiel sofort ab. 

Schritt 3: Beute werfen mit Loslassen

Wirf das Apportel erneut, die Leine lässt du aber dieses Mal los. Bewege dich rückwärts von deinem Hund weg und rufe ihn mit seinem Namen. Wenn er zu dir kommt, nimm das Apportel und spiele wieder etwas damit, bevor du dir die Beute übergeben lässt. Falls dich dein Hund dabei anspringt, ist eine sofortige Trainingspause angesagt. Sollte dein Hund nicht zu dir kommen, gehe auf keinen Fall auf ihn zu, sondern immer von ihm weg. 

Schritt 4: Beute werfen ohne Sicherung

Wiederhole nun den letzten Schritt, ohne das Apportel an einer Leine zu haben. Wenn das gut klappt, kannst du es auch langsam weiter werfen. Bevor du zu diesem Trainingsschritt übergehst, sollte dein Hund die vorherigen Schritte gut verinnerlicht haben. Das kann sehr viele Wiederholungen benötigen, aber ein kleinschrittiger Aufbau zahlt sich am Ende aus. Schreitest du zu schnell voran, kann es sein, dass dein Hund irgendwann nicht mehr versteht, was du möchtest. 

Schritt 5: Beute tragen lassen

Im nächsten Schritt fasst du nun nicht mehr sofort an das Apportel, wenn dein Vierbeiner dir dieses bringt. Gehe stattdessen ein paar Schritte rückwärts von deinem Hund weg und sage beispielsweise das Kommando „Nimm’s mit“. Wenn er dir mit dem Apportel folgt, kannst du ihm dieses mit dem bereits etablierten Danke-Kommando abnehmen, ohne vorher ein Zerrspiel zu starten. 

Es ist wichtig, das Zerrspiel langsam auszuschleichen, wenn dein Hund beispielsweise Dinge wie dein Smartphone apportieren soll – denn das könnte dabei ziemlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Damit dein Hund trotzdem seinen Spaß haben kann, belohne ihn alternativ nach der Übergabe einfach mit einem Zerrspiel, bei dem du allerdings ein normales Spielzeug und nicht dein Apportel benutzt. 

Schritt 6: Impulskontrolle

Dieser Schritt ist nicht zwingend notwendig, kann aber besonders bei sehr reizoffenen Hunden ein guter Zusatz sein. Wenn dein Vierbeiner beim Apportiertraining nicht still sitzen kann, solltest du das entsprechend üben. Dein Hund sollte lernen, seine Impuls zu kontrollieren und dem Apportel nicht sofort, sondern erst auf Kommando zu folgen. Setze oder lege deinen Vierbeiner dazu neben dir ab, wirf das Apportel und sag dazu noch einmal „Sitz“ oder „Platz“. Lobe deinen Hund, wenn er in der gewählten Position bleibt. Warte kurz und gib dann das Kommando zum Apportieren. Du kannst deinen Vierbeiner auch zunächst an die Leine nehmen und deinen Fuß auf diese stellen, um ihn an einem Fehlstart zu hindern. 

Tipp: Zum Thema Apportieren lernen mit Spiel und Spaß gibt es auf wedog.com einen großartigen Online Kurs mit Trainerin Mica Köppel-Haug. Sie erklärt in sechs einfachen Schritten die grundlegenden Abläufe des Apportierens und geht gezielt auf häufige Fehler ein. Hier kommst du direkt zum Kurs.

Apportieren beibringen mit einem Ball
Es kann viele Gründe dafür geben, dass dein Hund nicht apportieren will: Von Unverständnis bis Überforderung ist die Bandbreite weit.

Warum apportiert mein Hund nicht?

Wie bei jeder anderen Aktivität auch kann es sein, dass dein Hund nicht das tut, was du von ihm möchtest. Das kann Nerven und Geduld kosten. Ursachen dafür können unter anderem die folgenden sein: 

  • Unverständnis: Wenn dein Hund nicht apportiert, kann das schlichtweg daran liegen, dass er noch nicht verstanden hat, was du von ihm möchtest. Gehe ein paar Schritte im Training zurück oder baue das Apportieren nochmal komplett neu auf. Falls es gar nicht funktioniert, kannst du dir auch in einer Hundeschule Hilfe suchen.
  • Fehlender Anreiz: Der Grundgedanke hinter dem Apportiertraining mit Methode 1 ist ja, dass dein Hund eine schmackhafte Belohnung bekommt, wenn er dir den Gegenstand bringt. Ist nun aber in dem Futterbeutel ein langweiliges Trockenfutter, dass er sowieso jeden Tag bekommt, ist das für deinen Hund eventuell kein ausreichender Anreiz. Versuche es stattdessen mit einem besonderen Leckerbissen, den dein Vierbeiner dann auch wirklich nur beim Apportieren bekommt.
  • Überforderung: Es kann auch sein, dass dein Hund nicht apportieren will, weil du schon zu lange am Stück trainierst oder die letzte Trainingseinheit so anstrengend war, dass dein Hund keinen Spaß mehr daran hat. Mache ein paar Tage oder gar Wochen Pause und starte dann erneut. Halte die Einheiten kurz und motiviere deinen Hund umso mehr. So kannst du seine Freude am Training Stück für Stück wieder aufleben lassen.
  • Zu viel Futter: Ein ganz simpler Grund, weshalb dein Hund nicht apportiert, kann sein, dass er einfach keinen Hunger hat und deshalb die Belohnung nicht als Anreiz sieht. Manche Hunde empfinden Futter generell nicht als tolle Belohnung. Du kannst alternativ Möglichkeit 2 wählen, um das Apportieren aufzubauen, oder vor den Mahlzeiten trainieren, um die Futterbelohnung aufzuwerten.
  • Hund lässt nicht los: Ein häufig auftretendes Problem ist es, dass dein Hund das Apportel nicht loslässt. Wenn diese Situation auftritt, halte das Apportel weiterhin mit einer Hand fest und hole mit der anderen ein besonders gutes Leckerli aus deiner Tasche, das du deinem Vierbeiner direkt an die Nase hältst. Sage dein gewähltes Übergabekommando, zum Beispiel „Danke“ erst und nur, wenn du merkst, dass dein Vierbeiner locker lässt. Gib ihm anschließend das Leckerli.
  • Ablenkung: Gerade bei Hunden, die sehr offen für Umweltreize sind, solltest du in möglichst reizarmer Umgebung mit dem Training starten, damit dein Hund sich auch wirklich konzentrieren kann. Nach und nach kannst du die Umgebung verändern, im besten Fall ist die Basis aber schon gefestigt, bevor du deinen Hund zum Beispiel beim Spaziergang apportieren lässt. 
Hund lässt nach dem Apportieren nicht los
Was mache ich falsch, wenn mein Hund das Apportel nicht hergeben will?

Häufige Fehler beim Apportieren

Auch beim Apportieren solltest du ein paar Dinge unbedingt vermeiden, denn Apportieren soll deinem Hund und dir in erster Linie Spaß machen. Wenn du dein Training noch einmal überprüfen möchtest, schau‘ auch in den Apportier-Online-Kurs auf wedog.com. Hier zeigen wir dir, wie du deinem Hund beibringst bestimmte Sachen zu bringen, Gegenstände zu unterscheiden und aufzuräumen.

Gewalt

Ein großer Fehler ist es, den Hund mit Gewalt zum Apportieren zwingen zu wollen. Gewalt sollte nie ein Bestandteil von Hundeerziehung oder -training sein. Falls dein Hund nicht apportiert, gehe auf Ursachenforschung und versuche das Problem zu erkennen. Wende dich im Zweifel an eine qualifizierte Person, die dich dabei unterstützen kann. Mit Ruhe, Geduld und ohne Leistungsdruck kommst du im Training mit deinem Hund viel weiter als mit Zwang und hoher Erwartungshaltung. 

Falsche Gegenstände

Ein anderer Fehler ist es, ungeeignete Gegenstände zu nutzen. Dazu gehören sehr kleine Gegenstände, die dein Vierbeiner verschlucken kann, aber auch Plastikobjekte, die im Hundemaul leicht zersplittern. Ebenfalls nicht für das Apportieren geeignet sind Stöcke. Durch spitze Enden und Holzsplitter kann sich dein Hund sehr leicht im Maul- und Rachenraum verletzen.

Falsches Verhalten

Achte beim Apportieren darauf, dass du deinem Vierbeiner den Gegenstand nicht einfach aus dem Maul reißt, sobald er mit diesem bei dir ankommt. Mache stattdessen ein Tauschgeschäft daraus und gib ihm sein Lieblingsleckerli, sodass er den Gegenstand gerne an dich abgibt. Bei Hunden, die keine Leckerlis mögen, kannst du auch das Lieblingsspielzeug und eine Runde Zergeln als Belohnung anbieten.

Fehlende Pausen und fehlender Spaß

Des Weiteren solltest du deinem Vierbeiner ausreichend Pausen zwischen den Einheiten geben und nicht zu lange am Stück trainieren. So vermeidest du Überforderung und sorgst dafür, dass dein Hund weiterhin motiviert bleibt. 

Wenn du merkst, dass weder du noch dein Hund Freude am Apportieren haben, solltest du damit aufhören und eine andere Beschäftigung für euch suchen. Schließlich soll es vor allem Spaß machen und die Verbindung zwischen dir und deinem Vierbeiner stärken. 

Wir wünschen dir und deinem Hund viel Spaß und Erfolg beim Apportieren!

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