Jagdtrieb Hund

Jagdtrieb beim Hund – Welche Ursachen er hat und wie du ihn kontrollieren kannst

Bei Jägern ist er erwünscht, bei den meisten Hundebesitzern jedoch nicht: der Jagdtrieb beim Hund. Ist das Reh oder die Katze einmal entdeckt, gibt es kein Halten mehr. Der Rückruf funktioniert nicht, man sieht dem davon rasenden Hund hinterher und kann nur noch das Beste hoffen. Das kann ganz schön Nerven rauben, gefährlich werden und eine besondere Erziehung und Training erfordern. Dennoch will man nicht auf die Rassen verzichten, die zu diesem Verhalten neigen. Was der Jagdtrieb eigentlich ist, wie du ihn mit der richtigen Erziehung in den Griff bekommst, welche Trainingsvarianten geeignet sind und vieles mehr, erfährst du in diesem Artikel.

Inhalt

  1. Was ist der Jagdtrieb?
  2. Wann entwickelt sich der Jagdtrieb beim Hund?
  3. Wie erkennt man den Jagdtrieb beim Hund?
  4. Was kann man gegen den Jagdtrieb beim Hund tun?
  5. Wie kann ich den Jagdtrieb meines Hundes kontrollieren?
  6. Trainingsvarianten, die den Jagdtrieb des Hundes spielerisch mit einbeziehen
  7. Hat jeder Hund einen Jagdtrieb?
  8. Sollte ich meinen Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt überhaupt von der Leine lassen?

Was ist der Jagdtrieb?

Hunde sind von Natur aus Jäger. Um zu überleben, mussten sie in der Lage sein, ihre Beute selbst zu fangen. Daher ist der Jagdtrieb beim Hund ein naturgegebener Urinstinkt und grundsätzlich bei fast jedem vorhanden. Im Laufe der Zeit wurde durch die Zucht der Jagdtrieb bei einigen Rassen umgelenkt oder zurückgestellt, wie beispielsweise bei den Hütehunden. Er ist somit, je nach Rasse, unterschiedlich stark ausgeprägt.

Auch der typische Ablauf des Jagdverhaltens ist nicht mehr bei jedem Hund vorhanden. Dieser besteht ursprünglich aus acht verschiedenen Elementen, von denen einige heutzutage bei bestimmten Rassen durch die Zucht besonders hervorgehoben werden. Diese Verhaltenselemente sind: Orten – Fixieren – Anschleichen – Hetzen – Packen – Töten – Zerreißen – Fressen. Während der beiden ersten Phasen sind Hunde meistens noch ansprechbar und lassen sich wieder von der Jagd abbringen. Hast du diesen Zeitpunkt verpasst, ist es oft zu spät. Da bei der Jagd, auch wenn sie erfolglos ist, Endorphine freigesetzt werden, wirkt sie für den Hund selbstbelohnend. Dies führt außerdem zu einem Ausblenden aller anderen Reize, darunter auch deiner Rufe.

Hat dein Hund einen sehr stark vorhandenen Jagdtrieb, kann das durchaus gefährlich werden. Neben Tieren können beispielsweise auch Jogger, Radfahrer, Autos und Motorräder verfolgt werden. Dies kann für deinen Hund und alle Beteiligten schlimm ausgehen. Solltest du deinen Hund wirklich mal aus den Augen verlieren, bleibe am besten an der Stelle, an der ihr euch zuletzt gesehen habt, falls dein Hund dahin zurückkehrt. Auch für Wild, das eventuell von deinem Hund gejagt wird, ist dies unnötiger und gefährlicher Stress. Deshalb solltest du deinem Hund den Jagdtrieb abgewöhnen. Das funktioniert über verschiedene Trainingsmethoden, die im Laufe dieses Artikels erläutert werden.

Wann entwickelt sich der Jagdtrieb beim Hund?

Bereits im Alter von 8 – 16 Wochen beginnt die Entwicklung des Jagdtriebs beim Hund. Etwa ab dem 6. und bis zum 8. Lebensmonat festigt er sich.

Deshalb ist es empfehlenswert, deinen Hund frühzeitig zu erziehen, um einer unkontrollierbaren Entwicklung des Jagdtriebs entgegenzuwirken. Auch wenn es noch so süß aussieht, sollten bereits Welpen lernen, dass sie Vögel und andere Tiere nicht übermäßig jagen dürfen. Wurfspiele, wie beispielsweise mit einem Ball, aber auch quietschende Spielzeuge fördern ebenfalls den Jagdtrieb deines Hundes. Das Quietschgeräusch ist unter Hunden eine Art Stoppsignal. Quietscht ein Hund beispielsweise im Spiel, lässt der Gegenüber von ihm ab. Bekommen Hunde, vor allem Welpen in der Prägephase, aber nun Spielzeuge, die eben dieses Geräusch machen, stumpfen sie ab. Sie empfinden es als normal und werden schlimmstenfalls davon noch mehr angestachelt. 

Jagdhund an der Leine

Wie erkennt man den Jagdtrieb beim Hund?

Anzeichen für einen Jagdtrieb bei deinem Hund können sein:

  • ausgeprägtes Jagen von anderen Hunden, auch im spielerischen Sinne
  • das Verfolgen von Vögeln, Schmetterlingen und anderen kleinen Tieren
  • häufiges Graben, besonders in Mauselöcher oder anderen Bauten
  • das Jagen von Wild bei einem Spaziergang im Wald
  • das Hinterherlaufen bei Joggern, Radfahrern oder Autos

Bei Welpen besteht natürlich noch kein Grund zur Sorge, wenn dieser mal einen Artgenossen spielerisch in den Nacken beißt oder aufgeregt wird, wenn ihm eine Katze über den Weg läuft. Dennoch sollte die Intensität dieses Verhaltens beobachtet und notfalls unterbunden und auf eine andere Aktivität umgelenkt werden.

Was kann man gegen den Jagdtrieb beim Hund tun?

Zunächst einmal sollte man sich darüber Gedanken machen, weshalb der Hund auf die Jagd geht. Gründe dafür können der rassebedingte Jagdtrieb sein. Aber auch eine ungenügende Auslastung des Hundes kann dazu führen, dass er sich aus Langeweile die Jagd als Beschäftigung aussucht. Weitere Gründe sind die noch nicht gefestigte Impulskontrolle des Hundes und somit ein ungehorsamer Hund oder ein früheres Erfolgserlebnis beim Jagen. Letzteres kann bereits im Welpenalter stattfinden, wenn der Hund beispielsweise Vögel oder andere Tiere erfolgreich verfolgt hat. Grundsätzlich kann man sagen, dass es immer schwieriger wird, den Jagdtrieb des Hundes in den Griff zu bekommen, je öfter er dabei Erfolg hat.

Der Jagdtrieb beim Hund kann nicht komplett abgewöhnt, aber dafür kontrolliert werden. Wichtig sind auch Jagdersatztrainings, um die natürlichen Bedürfnisse des Hundes zu decken. Diese können beispielsweise in Form von Such- oder Apportierspielen absolviert werden.

Hütehund

Wie kann ich den Jagdtrieb meines Hundes kontrollieren?

Die Basis bildet die richtige Hundeerziehung mit allen Grundkommandos, welche auf jeden Fall sitzen sollten. Falls dich das Thema Hundeerziehung interessiert, findest du dazu einen eigenen Artikel auf unserem Blog.

Einem Hund mit einem ausgeprägten Jagdtrieb sollte früh beigebracht werden, dass er einen, sich bewegenden Reiz aushalten kann. Dadurch soll der Vierbeiner in brenzligen Situationen ruhig bleiben und weiterhin auf dich achten. Diese Impulskontrolle kann erreicht werden, indem du zunächst das Kommando „Bleib“ übst und den Schwierigkeitsgrad dabei steigerst. Entferne dich immer weiter von deinem wartenden Hund und beginne irgendwann, um in herumzugehen oder laufen, zu hüpfen oder sein Spielzeug zu werfen. Vergiss anschließend nicht, deiner Fellnase eine Pause zu geben, in der er frei herumlaufen darf, um die Spannung wieder abzubauen. Du kannst auch mit Leckerlis üben: Lege dazu beispielsweise ein Leckerchen vor deinen Hund und signalisiere ihm mit dem Kommando “Bleib”, dass er dieses nicht fressen darf. Hält er es brav aus, belohne ihn mit einem anderen Leckerli. So zeigst du ihm, dass die Belohnung nicht aus bleibt, sondern von dir kommt. 

Besonders wichtig ist es auch, dass der Rückruf funktioniert. Übe dies zunächst in einer reizarmen Umgebung und füge nach und nach mehr Ablenkungen hinzu. Je größer die Vielfalt dieser Ablenkungen, desto besser. Rufe deinen Vierbeiner, wenn er gerade mit einem Spielzeug beschäftigt ist oder hole dir eine weitere Person zu Hilfe, die beispielsweise eine Ersatzbeute wirft, die dein Hund ignorieren soll. Der Rückruf kann bereits im Welpenalter trainiert werden. Sobald dein Hund bei dir ist, sollte jedoch auch eine Belohnung folgen, damit er gerne zu dir kommt und du interessant bleibst. Parallel zu dem Rückruf kann eine Pfeife integriert werden. Diese funktioniert auf große Entfernungen besser für deinen Hund.

Ausreichend Körperliche und geistige Auslastung ist ebenfalls wichtig, um den Hund von seinem Jagdtrieb abzulenken. Ist dein Vierbeiner unterfordert, wird er sich aus Langeweile selbst eine Beschäftigung suchen, beispielsweise eben die Jagd.

Hat dein Hund einen starken Jagdtrieb, ist es sinnvoll, ihn mit einem GPS-Tracker auszustatten. Dieser ermöglicht dir ein schnelles Auffinden deiner Fellnase und kann dadurch möglicherweise schlimme Situationen vermeiden.

Um den Jagdtrieb deines Hundes zu kontrollieren, sollte dieser nicht unterdrückt, sondern auf eine erlaubte Weise ausgelebt werden. Hierbei gibt es verschiedene Arten, von denen du im folgenden Abschnitt ein paar findest.

Hunde mit besonderem Jagtrieb sind Beagles

Trainingsvarianten, die den Jagdtrieb des Hundes spielerisch mit einbeziehen

Da Hunde mit einem starken Jagdtrieb heutzutage kaum mehr die Möglichkeit haben, wirklich auf die Jagd zu gehen, sollte dieses Bedürfnis anderweitig ausgelebt werden können. Hierbei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, von denen hier ein paar vorgestellt werden.

Fährtenlesen: Eine Beschäftigungsform, um dem Jagdtrieb des Hundes gerecht zu werden, ist beispielsweise das Auslegen einer Futterfährte. Dazu ziehst du ein gut und stark riechendes Leckerli an einem Seil über den Boden. Die Spur sollte zunächst relativ kurz und gerade sein. Bei Profis kannst du Kurven und auch mal Unterbrechungen einbauen, indem du das Leckerli ein Stück vom Boden abhebst. Am Ende der Fährte sollte eine Belohnung liegen, die dein Hund dann auch fressen darf, sobald er sie gefunden hat.

Suchspiele: Beginne in einer ruhigen und reizarmen Umgebung. Lasse, während du deinen Hund an der Leine führst, unauffällig etwas fallen. Das kann ein Handschuh oder anderer Gegenstand von dir sein. Geh langsam weiter und beobachte deinen Hund. Schnuppert er an der Sache, lobst und belohnst du ihn. Sobald er das Prinzip der Übung verstanden hat, nimmst du beispielsweise das Kommando „Such“ hinzu. Nach einer Weile kannst du die Schwierigkeit steigern, indem du in einer Umgebung mit Ablenkungen übst oder die Gegenstände etwas versteckst. Eine andere Möglichkeit ist das Verstecken von Spielzeugen im Haus.

Du kannst dich natürlich auch selbst beispielsweise hinter einen Baum stellen und von deinem Hund suchen lassen.

Schnüffelteppiche: Diese stehen hier stellvertretend für alle Arten von Suchspielzeugen, in denen der Hund nach Leckerlis stöbern kann. Solche Teppiche sind eine gute Beschäftigungsalternative zu den Suchspielen draußen, wenn das Wetter mal schlecht ist. Achte bei sehr stürmischen Hunden darauf, dass das Suchen kontrolliert abläuft und nicht direkt der Teppich zerstört wird. 

Kuscheltiere suchen: Diese Art des Apportierspiels ist für Hund und Besitzer eine lustige Beschäftigung. Es kann jedoch einige Zeit dauern und ist eher nichts für stürmische Welpen. Suche dir ein paar Kuscheltiere, die sich in ihrem Aussehen gut voneinander unterscheiden. Überlege dir für jedes einen Namen. Auch diese sollten nicht ähnlich klingen. Lehre deinem Vierbeiner zunächst, wie jedes Kuscheltier heißt und dass er diese auch zu dir bringt, sobald du den Namen des Tieres sagst. Wenn das sitzt, kannst du nach und nach mehrere Kuscheltiere auslegen und deinem Hund mit den vorher geübten Namen signalisieren, welches er zu dir bringen soll. Das Ziel ist es, dass deine Fellnase beispielsweise bei dem Namen „Hase“ auch wirklich das Hasenkuscheltier zu dir bringt, auch wenn daneben noch 5 andere liegen.

Den Jagdtrieb des Hundes nutzen: Jagdhund beim Fährtenlesen

Hat jeder Hund einen Jagdtrieb?

Da der Hund vom Wolf abstammt und die meisten Rassen ursprünglich zum Hüten oder Jagen gedacht waren, gibt es grundsätzlich keinen Hund ohne Jagdtrieb. Jeder wird mal eine Katze oder ein Eichhörnchen verfolgen, was erstmal kein Grund zur Sorge ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich für eine Rasse mit wenig Jagdtrieb entscheiden. Aber auch bei diesen ist eine konsequente und frühzeitige Erziehung entscheidend, um den Jagdinstinkt nicht zu fördern. Auch Hunde, die zu wenig Auslastung und Beschäftigung haben, tendieren eher zum Jagen.

Zu den Hunderassen mit meist wenig Jagdtrieb gehören beispielsweise:

  •  Retriever-Rassen: Diese Hunde sind zwar gute Jagdgehilfen, jedoch ist ihre Aufgabe das Zurückbringen der Beute nach dem Schuss. Sie jagen dieser also nicht hinterher und haben heutzutage, je nach Erziehung, meist keinen allzu ausgeprägten Jagdtrieb.
  •  Malteser: Diese kleinen Vierbeiner eignen sich sehr gut als Familien- oder Anfängerhunde. Sie sind meist genügsam, geduldig und kommen gut mit Kindern zurecht.
  •  Pudel: Sie wurden ursprünglich gezüchtet, um bei der Entenjagd abgeschossene Tiere aus dem Wasser zurückzubringen. Sie sind also, wie Retriever, keine Jagd- sondern Apportierhunde und haben heutzutage meist keinen ausgeprägten Jagdtrieb mehr. Noch dazu sind sie sehr lernwillig und aufmerksam.
  • Leonberger: Diese großen und kräftigen Tiere werden auch Löwenhunde genannt. Sie sind sanft, gutmütig, geduldig und der ideale Familienhund.

Natürlich gibt es noch weitere Rassen mit einem sehr geringen Jagdtrieb. Am besten lässt du dich von einem qualifizierten Hundetrainer beraten, welche Rasse zu dir und deinen Lebensumständen passt. Denke daran, dass verallgemeinerte Aussagen nicht immer zutreffen und es auch innerhalb der oben genannten Rassen Hunde geben kann, die einen stärker ausgeprägten Jagdtrieb haben.

Zu den Hunderassen mit einem meist sehr stark ausgeprägten Jagdtrieb gehören unter anderem:

  • Dachshund: Diese Rasse wurde für die Jagd gezüchtet und passt aufgrund ihrer Körpergröße ohne Probleme in Dachs-, Fuchs- und andere Wildtierbauten. Dachshunde sind freundlich, intelligent aber auch durchaus mal stur.
  •  Deutsch Kurzhaar: Diese Rasse ist eine der vielseitigsten Jagdgebrauchshunde. Sie sind mutig, ausgeglichen, kooperativ und haben einen starken Bewegungsdrang. Sie eignen sich vor allem für Jäger, da sie mit diesen ihrer Jagdleidenschaft nachgehen können und viele Aufgaben und mehrere Stunden Auslauf pro Tag bekommen.
  • Deutsch Langhaar: Auch diese Rasse wird aufgrund seines starken Jagdtriebs hauptsächlich für Jäger empfohlen, die seinem Charakter und Bedürfnissen gerecht werden können. Der Deutsch Langhaar ist mutig, intelligent, ausgeglichen, ausdauernd und sehr engagiert. Er benötigt täglich viel Bewegung, Suchspiele und Übungen, um den Jagdtrieb in Schach zu halten.
  • Bracke: Diese Hunde sind weder für Anfänger noch für wenig aktive Personen geeignet. Sie brauchen viel Auslauf und geistige Beschäftigung in Form von Spur- und Fährtenarbeit. Wenn sie richtig behandelt werden, sind diese Hunde freundlich, anhänglich, ruhig und geduldig im Umgang mit Kindern.
  • Kleiner Münsterländer: Hunde dieser Rasse sind als reine Familienhunde meist unterfordert. Sie lieben es zu suchen, apportieren und stöbern. Noch dazu sind sie ausgezeichnete Schwimmer. Eine Jagdhundeausbildung eignet sich hervorragend aber auch Agility und Mantrailing liegt diesen klugen und bewegungsfreudigen Tieren. Bei ausreichend artgerechter Auslastung, können sie dennoch ruhige, ausgeglichene und freundliche Familienhunde sein.
  • Terrier: Diese Hunde waren ursprünglich zur Jagd gedacht und sollten Dachse und Füchse aus dem Bau treiben. Sie sind meist reaktionsschnell, mutig, stur und haben viel Persönlichkeit.
  • Weimaraner: Auch diese Vierbeiner haben meist einen ausgeprägten Jagdtrieb, der bei der Zucht im Vordergrund steht. Sie sind vielseitige und leidenschaftliche Jagdgebrauchshunde aber auch anspruchsvoll und haben einen großen Bewegungsdrang und ein hohes Beschäftigungsbedürfnis.

Wenn diese Hunde mit Jagdtrieb ausgelastet und artgerecht beschäftigt werden, können sie sich dennoch als Familienhunde eignen und werden als diese auch immer beliebter.

In den meisten Fällen kann der Jagdtrieb des Hundes durch eine gute Erziehung, artgerechtes Training und ausreichend Beschäftigung gut kontrolliert werden.

Ein Weimaraner ist ein Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb

Sollte ich meinen Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt überhaupt von der Leine lassen?

Generell müssen in Deutschland je nach Bundesland unterschiedliche Gesetze und Vorschriften zum Thema Leinenpflicht beachtet werden. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auf öffentlichen Plätzen herrscht für gewöhnlich ein Leinenzwang. Bei einem Verstoß droht dem Hundebesitzer meist eine hohe Strafe. Besonders Acht geben solltest du bei einem Spaziergang im Wald. Hier dürfen Jagdschutzberechtigte auf deinen Hund schießen, wenn er Wild aufsucht oder diesem hinterherjagt und sich nicht mehr in deinem Einwirkungsbereich befindet.

Hunde ohne ausgeprägten Jagdtrieb sollten nur von der Leine gelassen werden, wenn der Rückruf funktioniert. In der Übungszeit ist eine Schleppleine empfehlenswert. So kannst du testen, ob dein Hund aus einiger Entfernung zu dir kommt, bist aber abgesichert, falls er es nicht tut. Sobald andere Spaziergänger in Sichtweite sind, sollte deine Fellnase angeleint werden, um Konflikte zu vermeiden. Sobald der Waldweg verlassen wird, muss dein Hund in jedem Bundesland angeleint werden.

Einen Hund mit Jagdtrieb frei laufen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Dieser sollte in Wald und Flur niemals ohne Leine herumlaufen. Falls doch, könnte er erschossen werden oder Wildtiere ernsthaft gefährden.

Falls du mehr über das Thema Leine und Leinenführigkeit wissen möchtest, findest du dazu einen eigenen Artikel auf unserem Blog.

Bei schwerwiegenden Problemen mit dem Verhalten deines Hundes, kontaktiere bitte eine Hundeschule oder einen qualifizierten Hundetrainer. Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg im Umgang mit deinem Liebling!

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