Körpersprache beim Hund – Hundesprache richtig deuten und verstehen

Ein Hund reißt sein Maul auf und zeigt die Zähne.
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Wenn du einen Hund hast, solltet ihr beide euch gegenseitig gut verstehen können. Das funktioniert ganz einfach, wenn du die Körpersprache deines Hundes richtig interpretieren kannst. Wenn du weißt, worauf du achten musst und was verschiedene Signale über das Innenleben deines Hundes aussagen, ist die perfekte Basis für ein harmonisches Zusammenleben gegeben. In diesem Artikel erfährst du, welche Signale es in der Hundesprache gibt und wie du sie lesen kannst. Daneben werden dir Missverständnisse vorgestellt, die es in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch häufig gibt. So kannst du deine eigene Körpersprache gezielt hundefreundlich gestalten.

Woraus besteht die Körpersprache beim Hund?

Ähnlich wie bei uns Menschen, besteht die Körpersprache beim Hund hauptsächlich aus Mimik, Gestik, Positur und akustischen Signalen. 

1. Mimik beim Hund

Wenn du verstehen möchtest, was dein Hund denkt und fühlt, spielt die Mimik eine wichtige Rolle. Denkst du an deine Mitmenschen, kannst du auch bei ihnen vor allem im Gesicht ablesen, wie sie sich gerade fühlen. Bei Hunden spielen bei der Mimik vor allem die Augen und die Lefzen eine wichtige Rolle. Schau dir die Pupillen deines Hundes mal in verschiedenen Situationen genauer an. Bestimmt fällt dir dabei auf, dass sich die Weite der Pupillen verändert. Sie können entweder groß und rund oder schmal und klein sein. Auch die Weite der Augen und die Haltung der Augenbrauen sind relevante Signale.

Daneben kann der Hund mit seinen Lefzen zeigen, wie es ihm geht. Häufig sind die Lefzen entspannt, manchmal zieht der Hund sie aber auch hoch. Auch die Zähne zeigt er dabei oder es entstehen Falten zwischen den Lefzen und Ohren. Wichtig bei der Körpersprache des Hundes ist, dass du immer die Gesamtheit aller Signale siehst und deutest.

2. Gestik beim Hund 

Auch die Gestik des Hundes ist sehr wichtig, um ihn zu verstehen. Hierbei geht es um die körperlichen Signale und Bewegungen. Wichtig ist an dieser Stelle, auf die Ohren und die Rute des Hundes zu achten. Die Rute kann viele verschiedene Positionen einnehmen und Bewegungen ausführen. Entweder hängt sie entspannt herunter, wird auf Körperhöhe gehalten oder ist steil aufgestellt. Häufig wedelt der Hund mit der Rute von links nach rechts. Gestische Merkmale der Ohren können ein spitzes Aufstellen oder ein enges Anlegen an den Kopf sein. Bedenke bei der Gestik, dass die Ohrenstellung bei Hunden mit Schlappohren etwas weniger deutlich zu erkennen ist. Kennst du die gewöhnliche Ohrenstellung deines Hundes genau, wirst du jedoch vermutlich auch hier einen Unterschied erkennen können. 

3. Positur beim Hund

Als nächstes kommen wir zur Positur deines Hundes. Damit ist gemeint, welche Körperhaltung er einnimmt. In manchen Situationen stellt sich der Hund aufrecht auf und spannt den gesamten Körper an. Die Körperhaltung kann aber auch geduckt oder gekrümmt sein. Häufig macht der Hund dabei einen runden Rücken oder versucht, den Bauch in Bodennähe zu bringen. Auch die Haltung des Kopfes spielt hier eine Rolle. Je nach Gefühlslage ist der Kopf erhoben und nach vorne gerichtet oder eher zur Seite in Richtung des Bodens geneigt.

Ein Hund liegt auf einer Wiese und bellt.
Je nach Situation kann das Bellen deines Hundes eine andere Bedeutung haben.

4. Akustische Signale

Zwar können Hunde nicht sprechen, trotzdem zeigen sie mit ihren Lautäußerungen – den sogenannten akustischen Signalen – Gefühlszustände. Das Bellen und Jaulen wird von Hunden dafür genutzt, um untereinander zu kommunizieren. Dein Hund kann aber auch bellen, um dich herbeizurufen, wenn er dich beim Spazierengehen nicht mehr sieht. Viele Hunde bellen auch als Aufforderung zum Spiel oder auch aus Unsicherheit heraus. Ein weiteres akustisches Signal ist das Winseln. Dieses steht eher für die negativen Gefühle eines Hundes. Winseln kann z.B. zeigen, dass er sich alleine fühlt, Schmerzen oder Angst hat. Auch das Knurren ist ein akustisches Signal. Damit teilt der Hund anderen Hunden oder auch Menschen mit, dass er mehr Abstand benötigt. Er warnt sie in dieser Situation mit dem Knurren, um einen körperlichen Konflikt zu vermeiden. 

Anhand welcher Körpersprache du welche Stimmung bei deinem Hund erkennst

Hunde haben genau wie wir Menschen Gefühle. Diese kann man an verschiedenen Signalen erkennen. Das typische Schwanzwedeln, wenn sich der Hund freut, kennt wohl fast jeder. Doch ist es wirklich pure Freude, wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt? Nicht immer, denn oft steckt auch Erregung oder Aufregung dahinter. Viele Hunde wedeln z.B. schon mit der Rute, wenn ihr Besitzer auf sie zukommt. Das muss nicht unbedingt Freude bedeuten. In diesem Fall ist es viel mehr Aufregung darüber, was passieren wird. Daneben gibt es noch so viel mehr, was du am Verhalten deines Hundes entdecken und interpretieren kannst.

Körpersprache glücklicher Hund

Wie erkenne ich, ob mein Hund glücklich ist? Diese Frage haben sich sicherlich viele Hundebesitzer schon einmal gestellt. Diese Emotion lässt sich recht einfach erkennen.

  • Mimik: Im Gesicht des Hundes erkennst du Freude an hochgezogenen Lefzen, wodurch der Hund fast zu grinsen scheint. Daneben sind die Pupillen groß und rund und die Augen weit geöffnet.
  • Gestik: Die Hunde springen häufig vor Freude oder laufen wild hin und her, wenn zur Freude die Aufregung kommt. Die Ohren sind aufmerksam gespitzt.
  • Positur: Die Hunde können eine aufrechte und stolze Positur haben oder eine Vorkörpertiefstellung einnehmen. Letzteres deutet darauf hin, dass der Hund in Spiellaune ist.
  • Rute: Die Rute ist aufgestellt oder auf Körperhöhe und wedelt stark von links nach rechts.

Körpersprache aggressiver Hund

Sicher fragst du dich: Wie merke ich, ob mein Hund oder auch ein entgegenkommender Hund aggressiv ist? Deutliche Signale können darauf hinweisen.

  • Mimik: Die Pupillen werden kleiner und die Lefzen zitternd nach oben gezogen. Dabei zeigt der Hund häufig seine Zähne und zieht die Nase kraus. Der Gegner wird mit einem starrenden Blick fixiert.
  • Gestik: Ist der Hund offensiv aggressiv, streckt er den Kopf und die Ohren kampfbereit nach vorne. Ist die Aggressivität defensiv, legt er die Ohren an und verlagert das Gewicht nach hinten.
  • Rute: Die Rute ist steil aufgestellt.
  • Akustische Signale: Der Hund gibt ein drohendes Knurren oder Bellen von sich.

Beachte immer, dass ein Hund sich nie sofort aggressiv verhält, sondern vorher klar und deutlich droht, beispielsweise durch Knurren. Es ist sehr wichtig, das Drohen im Voraus zu erkennen, damit es nicht zu körperlich aggressivem Verhalten, wie z.B. Beißen, kommt. Nicht jeder Hund zeigt die gleichen Anzeichen und nicht jeder Hund wird gleich schnell aggressiv. In allen Fällen ist es aber wichtig, die Merkmale, die der Hund übermittelt, richtig zu interpretieren und demnach zu handeln. Besonders Tierschutzhunde werden in ihrer Körpersprache häufig missverstanden. Dieser Kurs mit Hundetrainerin Ute Heberer hilft dir dabei, die Körpersprache bei ängstlichem, unerzogenem oder aggressivem Verhalten zu deuten.

Auch das rechtzeitige Erkennen der sogenannten Beschwichtigungssignale kann aggressivem Verhalten möglicherweise vorbeugen. Beschwichtigungssignale zeigen Hunde häufig, wenn sie sich von ihrem Gegenüber bedroht fühlen oder wenn sie in eine neue, unbekannte Umgebung kommen. Ein deutliches Signal ist z.B. das Erstarren. Dabei bleibt der Hund stehen und bewegt sich für eine Weile nicht mehr. Er möchte dadurch keine Angriffsfläche bieten und sich für andere Hunde unsichtbar machen. Ist die Situation nicht ganz so ernst, setzt oder legt sich der Hund hin oder verlangsamt insgesamt seine Bewegungen. Weitere gestische Beschwichtigungssignale sind zum Beispiel das vermehrte Gähnen, Lecken der Lefzen oder Wegsehen.

Körpersprache ängstlicher Hund

Einen ängstlichen Hund erkennst du vor allem an seiner Positur und der Haltung seiner Rute. Das gesamte Erscheinungsbild ist wie folgt:

  • Mimik: Die Angst ist dem Hund im Gesicht deutlich abzulesen. Meistens wendet er den Blick und den Kopf ab und die Augen sind halb geschlossen. Dazu kannst du deutliche Spannungsfalten erkennen, die sich von den Lefzen bis zu den Ohren ziehen.
  • Positur: Der Rücken ist in einer runden, gekrümmten Haltung.
  • Rute: Die Rute ist zwischen die Hinterbeine geklemmt und wird versteckt.
  • Akustische Signale: Ein akustisches Signal der Angst ist häufig das Hecheln oder das Winseln.

Körpersprache gestresster Hund

Durch die Hundesprache kannst du auch gut erkennen, ob dein Hund gestresst ist. Weist der Hund die folgenden Merkmale auf, solltest du überprüfen, ob sie vielleicht auf Schmerzen hinweisen. Denn auch Schmerzen lösen Stress aus.

  • Mimik: Der Blick ist meistens gesenkt und der Kopf zur Seite gedreht. Dazu kommt ein vermehrtes Lecken über die Lefzen.
  • Gestik: Die Ohren sind flach an den Kopf angelegt.
  • Positur: Der Körper des Hundes ist angespannt. Außerdem kommt ein gestresster Hund nie wirklich zur Ruhe. Er legt sich selten ab und wenn, dann nur für kurze Zeit. Er wandert eher umher, um alles im Blick zu haben. 
  • Rute: Die Rute ist meistens eingezogen und zwischen die Hinterbeine geklemmt.
  • Akustische Signale: Manchmal kann es zu Winseln oder unzufriedenem Bellen kommen.

Körpersprache misstrauischer Hund

Ist dein Hund misstrauisch oder verunsichert, zeigt seine Körpersprache auch das sehr schnell. 

  • Mimik: Das Misstrauen kannst du häufig an seinen Augen ablesen. Sie sind starrend und manche Hunde legen ihre Stirn fragend in Falten. Daneben ziehen sie die Lefzen nach oben. Ist der Hund nicht nur misstrauisch, sondern auch leicht aggressiv, zeigt er die Zähne.
  • Gestik: Die Ohren legt der Hund eng am Kopf an.
  • Positur: Der Hund nimmt eine starre Haltung ein.
  • Rute: Spielt Angst in das Misstrauen hinein, ziehen viele Hunde die Rute ein. Ist das Misstrauen vermischt mit einer gewissen Aggressivität oder Drohung, ist die Rute aufgestellt.
  • Akustisches Signal: Viele Hunde hecheln, wenn sie misstrauisch sind.
Ein Hund liegt in seinem Körbchen und schläft.
Entspannte Hunde kommen schnell zur Ruhe und haben eine lockere Positur.

Körpersprache entspannter Hund

Ist dein Hund entspannt, ist das ein gutes Zeichen. Er fühlt sich wohl und vertraut dir. Das erkennst du an folgendem Verhalten:

  • Mimik: Leicht geschlossene Augen können für Entspannung stehen, wenn der Hund müde ist und sich an seinem Platz wohl und geborgen fühlt. Andernfalls sind sie normal geöffnet. Manche Hunde setzen bei Entspannung ein freudiges Lächeln auf, andere haben eine eher neutrale Mimik.
  • Gestik: Die Ohren sind in der Regel spitz aufgestellt.
  • Positur: Entspannung kannst du beim Hund an einer lockeren Positur erkennen. Häufig sitzt oder liegt er.
  • Rute: Die Rute hängt entspannt hinunter.

Häufige Missverständnisse bei der Deutung der Hunde-Körpersprache

Nicht immer ist es einfach, die Hundesprache sofort zu verstehen und sich dem Hund gegenüber richtig zu verhalten. Jedoch gibt es ein paar Punkte, die du sofort berücksichtigen kannst. Achte unbedingt darauf, deinem Hund nicht zu oft und zu lange direkt in die Augen zu schauen. Dieses Starren kann er als Bedrohung wahrnehmen. Außerdem solltest du das unerwartete Berühren deines Hundes zum Beispiel von hinten vermeiden. Er kann sich erschrecken und in den Angriff übergehen.

Ein Hund wird am Rücken gestreichelt.
Die meisten Hunde werden lieber am Rückenbereich statt am Kopf gestreichelt.

Wie deine Körpersprache hundefreundlich wird

Zum Abschluss wollen wir dir einige Tipps an die Hand geben, mit denen deine Körpersprache hundefreundlicher wird.

  1. Viele Menschen gehen freudig und offensiv auf einen Hund zu, wenn sie ihn das erste Mal sehen. Das kann den Hund allerdings verunsichern oder sogar verängstigen. Besser ist es, wenn du dich einem Hund langsam näherst und ihn die letzten Schritte auf dich zukommen lässt. Dann wissen beide, dass der Kontakt gewünscht ist. 
  2. Den Hund aus dem Stand zu streicheln, solltest du unbedingt vermeiden, da er dich als Bedrohung wahrnehmen kann. Am besten gehst du vor ihm in die Hocke und kraulst ihn sanft im Hals- und Rückenbereich.
  3. Auch die menschliche Kopfhaltung kann einen großen Einfluss auf die Reaktion des Hundes haben. Am besten wendest du den Kopf und deinen Blick beim ersten Kontakt mit einem neuen Hund leicht ab. So nimmt er dich als harmlos und freundlich wahr.
  4. Teile Gästen, die dich Zuhause besuchen, mit, wie sie mit deinem Hund umgehen sollen. Sie kennen sich vielleicht nicht so gut mit der Körpersprache von Hunden aus, wie du an dieser Stelle. Möchte dein Hund keinen Kontakt, muss das akzeptiert werden. Stehe für deinen Hund ein und teile auch unerfahrenen Gästen seine Wünsche mit. So haben alle eine gute Zeit.

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