Hund anschaffen: Checkliste vor dem Hundekauf

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Hunde sind die besten Freunde der Menschen. Mehr als 10 Millionen Vierbeiner leben allein in deutschen Haushalten. Gehört deiner auch bald dazu? Damit du dir die Frage „Hund anschaffen – ja oder nein?“ beantworten kannst, stellen wir dir alle wichtigen Informationen zur Verfügung. Du erfährst, was du bedenken solltest, bevor du dir einen Hund anschaffst, welche Kosten auf dich zukommen, welche Ausstattung du benötigst und wo du deinen neuen Mitbewohner kaufen bzw. adoptieren kannst. Das Abenteuer Hund beginnt!

Wieso einen Hund anschaffen?

Der Wunsch nach einer Fellnase verbindet dich mit vielen anderen Menschen. In etwa jedem fünften Haushalt in Deutschland lebt ein Hund. Und das aus gutem Grund. Hunde bringen nämlich eine ganze Menge Vorteile für uns Menschen mit:

  • Hunde machen glücklich
  • Sie sind treue Begleiter
  • Sie helfen beim Kontakte knüpfen
  • Hunde können uns körperlich fit halten
  • Hunde zu kuscheln reduziert Stress
  • Sie unterstützen bei Krankheit oder Einschränkungen und können zu Alltagshelfern werden

Welche Punkte du vor der Anschaffung eines Hundes unbedingt beachten solltest

Du spielst die ganze Zeit mit dem Gedanken, dir einen Hund anzuschaffen, bist dir aber unsicher, ob ein Hund aktuell überhaupt in dein Leben passt? Unsere Checkliste hilft dir:

Bereit sein, Verantwortung zu tragen und die Erziehung zu übernehmen

Bevor ein Hund bei dir einzieht, solltest du dir über deine Verantwortung ihm gegenüber im Klaren sein. Einen Hund anschaffen, geht ganz schnell. Ein unschlagbares Team zu werden, braucht jedoch einiges an Arbeit. Sei also ganz ehrlich mit dir selbst: Traust du dir zu, dich die nächsten 10 bis 15 Jahre um ein Lebewesen zu kümmern und, je nach Hund, Abstriche zu machen? Lass dir ruhig Zeit mit der Entscheidung und gehe einmal in dich. Entscheidest du dich dann für einen Hund, werdet ihr sicher zu einem tollen Team.

Ein Hund schaut traurig aus dem Fenster.
Hund trotz Vollzeitjob? Überlege dir gut, wie viel Zeit du für einen Hund hast.

Hund anschaffen trotz Berufstätigkeit

Arbeitest du Vollzeit, kann das zu einer Herausforderung für die Hundehaltung werden. Dennoch gibt es natürlich Wege, die die artgerechte Hundehaltung trotz 40-Stunden-Woche möglich machen. Sei allerdings kritisch und frage dich: Wie viel Zeit könntest du täglich mit deinem Hund verbringen? Wäre er viel und lange am Stück allein? Könnte er vielleicht sogar zum Bürohund werden? Könnte ansonsten ein Familienmitglied, ein Freund oder ein Nachbar die Betreuung übernehmen, während du auf der Arbeit bist? Oder hätte dein Hund zumindest die Möglichkeit, sich zu lösen, während du mal nicht vor Ort bist? Letzteres sollte bitte nicht dem Regelfall entsprechen, sondern lediglich in Ausnahmefällen als Lösung genutzt werden.

Gerade zu Beginn sollte dein Hund natürlich so wenig wie möglich alleine sein. Ist er eingewöhnt, kannst du langsam anfangen, Alleinlassen zu trainieren. Dieser Kurs hilft dir dabei. Kann sich allerdings sechs Stunden oder länger niemand um den Hund kümmern, wäre das ein Argument gegen die Hundehaltung. Schließlich sind Hunde sehr soziale Tiere und auch ihre Gesundheit leidet darunter, wenn sie sich nicht regelmäßig lösen können. 

Die richtige Umgebung für einen Hund

Die gute Nachricht ist: Für fast jede Wohnsituation gibt es den passenden Hund. Border Collies und Jagdhunde powern sich auf großen Grundstücken aus. Chihuahuas und Französischen Bulldoggen reicht die kleine Stadtwohnung mit Ausflügen in den Park völlig aus. Das gilt übrigens auch für die genügsame Deutsche Dogge. Muss der Hund Treppen steigen? Dann fallen beispielsweise Dackel raus. Ist die Wohnung hellhörig? Whippets, Basenjis und Barsois gehören zu den ruhigen Hunden.

Tipp: Wohnst du zur Miete, denke daran, deinen Vermieter nach seiner Zustimmung zu fragen, bevor du anfängst, dich nach einem Hund umzuschauen. 

Welche Kosten auf dich zukommen

Einen Hund anzuschaffen, kostet Geld, ganz klar. Wie viel genau, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Folgende Punkte kommen auf dich zu:

  • Anschaffungskosten (sehr starke Schwankungen)
  • Hundesteuer (etwa zwischen 40 und 200 € jährlich, bei Listenhunden deutlich mehr. Auch regionale Abweichungen sind möglich)
  • Verpflichtender Wesenstest für Listenhunde (einmalig; bis zu 300 €)
  • Hundehaftpflichtversicherung (etwa 30 bis 60 € jährlich)
  • Hundeschule (je nach Anbieter und Umfang der besuchten Kurse etwa ab 50 € monatlich)
  • Grundausstattung (je nach Qualität und Wünschen einmalig etwa 300 €)
  • Futter (im Schnitt 50 bis 100 € monatlich)
  • Tierarzt (fallen nur Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Entwurmungen an: etwa 250 € jährlich)
  • Eventuell zusätzliche Posten durch Fremdbetreuung, Hundekrankenversicherung, Garten einzäunen, etc.

Die Gesamtkosten können extrem schwanken. Tierheime verlangen eine Schutzgebühr. Die Höhe dieser ist nicht einheitlich geregelt, liegt aber meist zwischen 200 und 350€. Züchter verlangen für einen Welpen möglicherweise 2.000€ oder mehr. 

Blutuntersuchungen und Operationen in der Tierklinik sind ebenfalls nicht außer Acht zu lassen. Die Kosten können dann schnell in den vierstelligen Bereich klettern. Wir empfehlen daher eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung, um dich vor plötzlichen, hohen Kosten zu schützen.

Bei einem gesunden Hund kannst du monatlich im Durchschnitt mit laufenden Kosten von 50 bis 200€ rechnen. Tipp: Mit selbstgemachtem Hundefutter aus diesem Kurs sparst du Geld und weißt genau, was im Napf deines Vierbeiners landet. 

Ein Mädchen streichelt einen Hund.
Leben Kinder im Haushalt, gibt es bei der Hundeanschaffung ein paar wichtige Punkte zu beachten.

Einen Hund anschaffen wenn Kinder im Haushalt leben

Wohnen Kinder in deinem Haushalt, gibt es beim Anschaffen eines Hundes einiges zu beachten. Es ist wunderschön, wenn Kinder mit Vierbeinern aufwachsen. Allerdings fordert das von dir ein ordentliches Maß an Aufmerksamkeit. Achte daher darauf, dass dein Hund niemals komplett unbeaufsichtigt zusammen mit (kleinen) Kindern ist. Gerade Kleinkinder können versehentlich grob sein, den Vierbeiner kneifen oder an seinem Fell ziehen. Folgende Hinweise helfen dir: 

  • Der Hund braucht einen kindersicheren Rückzugsort
  • Kinder müssen die Grenzen des Hundes akzeptieren. Möchte er beispielsweise nicht spielen, müssen sie ihn auch in Ruhe lassen
  • Auch der Hund muss den Umgang mit Kindern lernen dürfen, natürlich unter Aufsicht
  • Beziehe die Kinder in die Versorgung des Hundes ein, um ihre Beziehung zu stärken. Den Großteil der Arbeit mit deinem Hund übernimmst natürlich trotzdem du
  • Konsequente Erziehung und eine sichere Beziehung zwischen dir und deinem Hund ist besonders wichtig

Urlaub und Sozialleben mit Hund richtig managen

Bist du ein Camper oder verbringst du deinen Urlaub gern in Ferienhäusern? Bist du bereit deinen Hund mitzunehmen, wird er deine Reisen nicht großartig beeinflussen. Allerdings solltest du abwägen, ob der Urlaub deinem Hund zugutekommt oder ob die Reise zu stressig für ihn ist. Insbesondere von Flugreisen mit Hund ist generell eher abzuraten, da diese sehr großen Stress für den Hund bedeuten.

Entscheidest du dich dafür, deinen Hund nicht mit in den Urlaub zu nehmen, könnte er beispielsweise bei Familienmitgliedern, Freunden, Nachbarn oder einer Hundepension unterkommen und dort eine entspannte Zeit haben. 

Ein Hund beeinflusst auch dein Sozialleben. Ins Kino oder in die Disco kannst du ihn selbstverständlich nicht mitnehmen. Vielleicht hast du auch Freunde, die von vierbeinigem Besuch nicht begeistert wären? Sei dir darüber unbedingt bewusst und überlege dir ein geeignetes Management, bevor du dich für einen Hund entscheidest. 

Gesundheitliche Aspekte vor der Hundeanschaffung beachten

Hunde brauchen täglich mindestens zwei Stunden Bewegung. Je nach Rasse wollen sie auch deutlich mehr laufen und toben. Kannst du diesen Bewegungsdrang stillen? Und wie sieht es mit Allergien aus? Die meisten Hunderassen haben in ihrem Speichel und in Hautdrüsen Stoffe, die beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Sie haften an Hautschuppen und Haaren. Darüber kommst du mit den Allergenen in Kontakt. Neigst du zu Allergien, kommen nur bestimmte Rassen in Frage: 

  • Pudel
  • Afghanische Windhunde
  • Labradoodle und Goldendoodle
  • Malteser
  • Havaneser und
  • Yorkshire Terrier

Diese Hunde gelten als hypoallergen und sind daher eher für Allergiker geeignet. Eine Garantie ist das jedoch nicht. Teste am besten vorher, ob dein auserwählter Vierbeiner bei dir zu einer allergischen Reaktion führt.

Du merkst, möchtest du dir einen Hund anschaffen, gibt es erst einmal einiges zu bedenken. Diese Gedanken sind allerdings sehr wichtig, da sie den Grundstein für ein harmonisches Zusammenleben mit deinem Hund legen. Am wichtigsten ist, dass du die Betreuung, die Kosten und den Faktor Zeit bedenkst. Unterschätze auch den Mehraufwand nicht, der entsteht, wenn du Kinder hast. Bist du dir über all diese Dinge im Klaren, kannst du sicher sein, dass du fair gegenüber dir selbst und deinem eventuell neuen vierbeinigen Mitbewohner handelst. 

Zwei Welpen spielen im grünen Gras.
Tierheim, Züchter oder Online-Portale? Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Hund anzuschaffen.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich einen Hund anzuschaffen?

Hast du dich für einen Hund entschieden, stellt sich die Frage, wo du deinen Vierbeiner kaufen bzw. adoptieren kannst. Dir stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bevor du dich auf die Suche machst, schaue dir am besten unseren Artikel „Welcher Hund passt zu mir?“ an.

Einen Hund aus dem Tierheim anschaffen

In Tierheimen findest du eine bunte Auswahl an Hunden. Es gibt dort längst nicht nur alte, kranke oder bissige Tiere. Eine Sache stimmt jedoch: Tierschutzhunde haben eine Vergangenheit. Leider sieht diese häufig nicht so rosig aus. Die Hunde brauchen besondere Aufmerksamkeit, um sich in ihrem neuen Zuhause einzuleben. Unser Online Kurs zum Thema „Tierschutzhund zieht ein“ klärt dich über häufige Probleme auf und gibt dir Tipps für die erste Zeit mit deinem Hund aus dem Tierheim an die Hand.

Vorteile eines Tierheimhundes

  • Vergleichsweise günstige Anschaffung
  • Du tust etwas Gutes und gibst einem Hund eine zweite Chance. Achte aber dennoch darauf, dass der Hund auch zu dir passt und kaufe keinen Hund nur aus Mitleid
  • Die Mitarbeiter*innen im Tierheim sind erfahren und helfen dir, den für dich passenden Hund zu finden

Nachteile eines Tierheimhundes

  • Hunde können eine schwierige Vergangenheit haben
  • Ängste und Gewohnheiten kommt oft erst im neuen Zuhause zum Vorschein
  • Zeitintensives Training, um alte Gewohnheiten loszuwerden
  • Es kann sein, dass man bei Null anfängt, wie bei einem Welpen, obwohl der Hund schon älter ist
  • Eventuell medizinische Mehrkosten

Einen Hund vom Züchter anschaffen

Seriöse Hundezüchter züchten in erster Linie nicht des Geldes wegen. Sie lieben einfach eine bestimmte Hunderasse. Deswegen sorgen sie für süßen Nachwuchs. Entscheidest du dich für einen Welpen vom Züchter, hilft dir der Kurs zur Welpeneingewöhnung weiter. Die Vorteile bei Hunden von einem verantwortungsvollen Züchter sind:

  • Du kaufst einen Welpen ohne prägende Vorgeschichte 
  • Reinrassige Hunde zeigen häufig rassetypische Eigenschaften. Vor allem für unerfahrene Hundehalter*innen kann das ein Vorteil sein
  • Der Welpe wird von Anfang an auf dich geprägt

Folgende Nachteile bringen Hunde vom Züchter mit sich:

  • Hoher Kaufpreis
  • Moralische Frage (Möchte ich eine Zucht unterstützen, obwohl die Tierheime voll sind?)

Einen Hund über ein Online-Portal anschaffen

Das Internet steht dir sogar bei der Auswahl deines Vierbeiners zur Seite. Über verschiedene Online-Portale kannst du Hunde finden, die abgegeben oder verkauft werden sollen. Um Betrügern oder Tierquälern nicht auf den Leim zu gehen, solltest du folgende Tipps beachten:

  • Hole den Hund immer in seinem alten Zuhause ab.
  • Lass dir bei Welpen die Mutter zeigen.
  • Lass dir die Umgebung zeigen, in der der Hund bisher gelebt hat
  • Seriöse Züchter bieten eine, höchstens zwei unterschiedliche Rassen an.
  • Schließe einen Kaufvertrag ab.
  • Lass dir Zeit bei der Entscheidung; seriöse Anbieter werden dich nicht hetzen.

Hast du dich für einen Hund entschieden, geht es endlich an die Vorbereitung. Dein neuer Mitbewohner wird etwas Zeit für die Eingewöhnung bei dir brauchen. Hat er sich gut eingelebt, stehen der Aufbau eurer Beziehung und die Erziehung im Vordergrund.

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