Ein brauner Labrador Retriever liegt auf dem Boden, neben ihm ein Burger.

Gefährliche Lebensmittel – Was dürfen Hunde nicht essen?

Schnell ist es passiert: In der Küche fällt etwas auf den Boden und der Hund hat es innerhalb von Sekunden verschlungen. Viele unserer Lebensmittel sind für Hunde nicht nur ungesund, sondern manchmal sogar giftig. Dann ist schneller Rat teuer: Was dürfen Hunde nicht essen? Und was kann man tun, wenn doch mal etwas Falsches im Hund gelandet ist? In diesem Artikel findest du die Antworten. 

Inhalt

  1. Welche Lebensmittel sind für Hunde gefährlich?
  2. Sofortmaßnahmen, wenn der Hund etwas Falsches gefressen hat
  3. Was sind die Anzeichen für eine Vergiftung? 
  4. Wie du das Risiko einer Vergiftung minimieren kannst

Welche Lebensmittel sind für Hunde gefährlich? 

Hier findest du eine ausführliche Auflistung von Lebensmitteln, die Hunde nicht essen sollten. Bei Bedarf kannst du dir diese Liste einfach in die Küche hängen: 

  • Alkohol: Hunde können das Ethanol im Alkohol nur schwer wieder abbauen, weswegen schon einige Schlucke von hochprozentigem Alkohol zum Tod des Hundes führen können. 
  • Avocado: Manche Avocado-Sorten enthalten den Stoff Persin, der für Hunde giftig ist. Zusätzlich kann der hohe Fettanteil sich schädigend auf die Gesundheit deines Vierbeiners auswirken.
  • Gekochte Knochen: Knochen sind nicht giftig, können aber in gekochter, gegrillter oder anders erhitzter Form splittern und zu Verletzungen im Mund und Rachenraum führen. 
  • Kaffee & schwarzer Tee: Koffein ist für viele Menschen Lebenselixir, beim Hund können durch den Konsum Schäden am Nervensystem oder den Nieren entstehen.
  • Knoblauch: Wir können oft aus Geschmacksgründen nicht darauf verzichten, aber für den Hund sind knoblauchhaltige Gerichte oder gar purer Knoblauch tabu. Die Schwefelstoffe im Knoblauch könnten zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen. 
  • Macadamia-Nüsse: Ein sehr hoher Phosphorgehalt und ein bislang unerforschter Giftstoff sorgen dafür, dass Macadamia-Nüsse nicht im Hundenapf landen sollten. 
  • Rohe Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen & Co. solltest du deinem Vierbeiner nicht ungekocht geben. Der Giftstoff Phasin sorgt dafür, dass diese Lebensmittel nur gekocht bedenkenlos gegessen werden können. 
  • Rohe Kartoffeln: Genau wie Menschen auch sollten Hunde auf rohe Kartoffeln verzichten – der darin enthaltene Stoff Solanin kann zu einer Vergiftung führen. 
  • Rohes Schweinefleisch: Das Fleisch von Schweinen ist nicht per se giftig, allerdings kann durch den Verzehr das so genannte Aujeszky-Virus übertragen werden. Das für Menschen ungefährliche Herpesvirus kann im schlimmsten Fall tödlich für den Hund enden. 
  • Schokolade: Gefährlich an Schokolade ist der enthaltene Kakao, genauer gesagt der Stoff Theobromin. Je höher der Anteil, desto giftiger ist die Süßigkeit für den Hund.
  • Trauben & Rosinen: Der Giftstoff Oxalsäure, der in Weintrauben zu finden ist, kann zu einem Nierenversagen führen. Hunde sollten diese daher nicht essen.
  • Unreife Tomaten: Tomaten gehören, wie Kartoffeln auch, zu den Nachtschattengewächsen und enthalten Solanin. Unreife Tomaten sollten daher nicht an Hunde verfüttert werden. Reife Tomaten ohne grünen Stellen sind allerdings unbedenklich. 
  • Zwiebeln: Auch Zwiebeln können, ähnlich dem Knoblauch, zu Blutarmut beim Hund führen. 
Ein Hund steht auf einem Tisch und frisst aus einer herzförmigen Pralinenschachtel.

Sofortmaßnahmen, wenn dein Hund etwas Falsches gefressen hat

Jetzt weißt du, welche Lebensmittel dein Hund nicht essen darf. Was aber, wenn dein Hund etwas zu sich genommen hat, das nicht für ihn bestimmt war? Das solltest du tun, wenn du eine Vergiftung vermutest: 

  • Vitalwerte messen: Checke Körpertemperatur, Puls, Pupillenreaktion, Farbe der Schleimhäute, Speichelbildung, usw. auf Anzeichen für eine Vergiftung. Mögliche Symptome haben wir weiter unten aufgeführt. 
  • Erste Hilfe leisten: Sollte dein Hund bewusstlos sein, lege ihn auf die Seite und drehe seinen Kopf so, dass Speichel und Erbrochenes aus seinem Maul laufen können. Auf keinen Fall solltest du ein Erbrechen forcieren oder dem Hund Milch, Öl oder andere Flüssigkeiten einflössen. Das kann eine mögliche Vergiftung in manchen Fällen sogar noch begünstigen.
  • Identifikation: Finde wenn möglich heraus, was dein Hund zu sich genommen hat, in welcher Menge und wann das passiert ist. Diese Informationen können für die medizinische Behandlung wichtig sein. Falls du Reste des Gefressenen gefunden hast, nimm diese unbedingt mit in die Tierklinik oder Praxis. 
  • Tierärztlich behandeln lassen:  Wenn dein Hund Symptome einer Vergiftung zeigt, braucht ihr dringend medizinische Hilfe. Kontaktiere am Besten sofort den/die Tierärzt*in deines Vertrauens oder den zuständigen Notdienst.

Mehr zum Thema Erste Hilfe beim Hund findest du in diesem Kurs von Tierärztin Sophie Strodtbeck. Sie erklärt dir wie du Vitalwerte bestimmst, Verbände anlegst, auf verschiedene medizinische Notfälle reagierst und vieles mehr. 

Ein Hund liegt auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt, neben ihm sitzt der Tierarzt mit einem Klemmbrett.

Was sind die Anzeichen für eine Vergiftung beim Hund? 

An folgenden Symptomen erkennst du, ob dein Hund womöglich eine Vergiftung hat:

  • Apathie 
  • Atemprobleme
  • Aufregung
  • Blasse Schleimhäute, zum Beispiel am Zahnfleisch erkennbar
  • Blut im Erbrochenen, Urin oder Kot 
  • Durchfall
  • Erbrechen 
  • Fieber
  • Krämpfe
  • Kreislaufprobleme 
  • Starker Speichelfluss 
  • Unruhe 
  • Vermehrtes Trinken 
  • Zittern 

Je nach Hund und Vergiftungsgrad treten nicht alle diese Symptome in Erscheinung. Es kann sein, dass dein Hund nur manche davon zeigt. Solltest du den Verdacht haben, dass dein Vierbeiner eine Vergiftung hat, zögere nicht. Melde dich sofort telefonisch in einer Tierklinik, einer Tierarztpraxis oder beim Notdienst. Schildere den Mitarbeiter*innen dort alles, was du weißt: Falls du es gesehen hast – was hat dein Hund gefressen und in welcher Menge? Welche Symptome hat er und seit wann halten diese Symptome an? 

Damit du deinen Hund später problemlos auf Vergiftungssymptome untersuchen kannst, solltest du schon mit deinem Welpen Medical Training machen. wedog Trainer Holger Schüler zeigt dir in seinem Welpenkurs, wie das geht.

Ein Jack Russell Terrier sitzt in einem weißen Korb, hinter ihm ein Regal.

Wie du das Risiko einer Vergiftung minimieren kannst 

Neben der Frage, was Hunde nicht essen dürfen, solltest du dir auch um andere Dinge Gedanken machen. Denn nicht nur Lebensmittel können deinem Hund gefährlich werden. Auch viele Alltagsgegenstände oder Haushaltsmittel solltest du unter Verschluss halten, um einer Vergiftung vorzubeugen: 

  • Geeignete Reiniger nutzen: Viele Putzmittel sind für Hunde gesundheitsschädlich – manche mehr, manche weniger. Hunde können Rückstände davon aufnehmen, beispielsweise über das Lecken der Pfoten nachdem sie über einen frisch gewischten Boden gelaufen sind. 
  • Pestizide, Düngemittel und Co. vom Hund fernhalten: Wenn du Pestizide wie Rattengift anwenden möchtest, solltest du dafür sorgen, dass dein Hund keinen Zugang dazu hat. Auch Flächen, die frisch mit Dünger behandelt worden sind, können deinem Vierbeiner gefährlich werden. 
  • Arzneimittel und Medikamente sicher aufbewahren: Lasse keine Arzneimittel offen rumliegen und gib deinem Hund auch nicht eigenmächtig Medikamente, ohne vorher mit einem/einer Tierärzt*in gesprochen zu haben. 
  • Achtgeben bei der Pflanzenwahl: Wenn du gerne Pflanzen im Haus oder der Wohnung hast, solltest du beachten, dass diese für deinen Hund nicht giftig sind. Alternativ kannst du sie außer Reichweite stellen. 
  • Ordnung ist das halbe Leben: Frostschutzmittel, bleihaltiges Linoleum, zinkhaltige Münzen, Spülmaschinentabs, Batterien, Zigaretten, … die Liste an gefährlichen Gegenständen ist lang. Besonders bei jungen Hunden solltest du das alles möglichst unter Verschluss halten.

Möchtest du weitere Tipps zur Hundegesundheit erhalten? Dann teste wedog.com. Unsere Trainer*innen stehen dir jederzeit in lehrreichen Online Kursen zur Seite.

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