Der Beagle im Rasseportrait: Alles, was du über die Hunderasse wissen musst

Ein Beagle mit einem Ball im Mund.
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Die Beagle-Hunderasse ist bekannt für ihren unerschütterlichen Spürsinn, ihre gesellige Art und ihren ausgeprägten Jagdtrieb. Doch der Beagle ist weit mehr als nur ein Jagdhund – Er ist ebenfalls ein treuer Begleiter und ein geeigneter Familienhund. Dieser Artikel bietet dir ein umfassendes Rasseportrait zum Beagle: Von der Herkunft bis zum richtigen Training, hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Steckbrief

EigenschaftDetails
Größe33-41 cm
Gewicht9-11 kg
Lebenserwartung12-15 Jahre
FellfarbenDreifarbig, Zwei-Farbig, Rot-Weiß, Lemon-Weiß, Blau-Tan-Weiß, Schwarz-Weiß
FellstrukturKurz, dicht und wetterbeständig
CharakterFreundlich, aufgeweckt, intelligent
AktivitätslevelHoch
PflegeaufwandMittel

Herkunft & Geschichte

Obwohl die genauen Wurzeln des Beagles im Nebel der Geschichte liegen, deutet vieles darauf hin, dass diese Hunderasse ihren Ursprung im 11. Jahrhundert in England hat. Woher genau der Namen „Beagle“ kommt, ist ebenso unbekannt. Eine Vermutung ist, dass der Name aus dem Französischen stammt, abgeleitet von „be’geule“, was das unverkennbare Bellen oder Heulen eines Jagdhundes widerspiegelt. Eine alternative Theorie schlägt eine Verbindung zum Altenglischen oder Keltischen vor, in dem „Beagle“ „klein“ bedeutet.

In früheren Zeiten wurden Beagles hauptsächlich als Jagdhunde eingesetzt. Sie wurden aufgrund ihrer Fähigkeit, Spuren zu verfolgen und Wildtiere zu jagen, besonders geschätzt. Ihre hervorragenden Fähigkeiten als Spürhunde und ihre Ausdauer machten sie zu einer bevorzugten Rasse für die Jagd, insbesondere die Fuchsjagd.

Im 19. Jahrhundert wurden Beagles in die Vereinigten Staaten eingeführt. Dort wurden sie schnell populär. Mit der Zeit haben Züchter die Rasse weiter verbessert, um ihre Größe, ihre Ausdauer und ihre Fähigkeiten als Spürhunde zu optimieren. Heute sind Beagles auf der ganzen Welt für ihre freundliche und liebevolle Persönlichkeit bekannt.

Die Zugehörigkeit des Beagles nach der FCI-Klassifikation

Nach der Klassifikation der Fédération Cynologique Internationale (FCI) gehört der Beagle zur Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen.

Aussehen

Der Beagle ist ein kleiner bis mittelgroßer Hund mit einer Schulterhöhe von 33 bis 40 cm. Sein Körperbau ist kräftig und kompakt. Besonders charakteristisch sind die großen, dunklen Augen, die einen intelligenten und freundlichen Ausdruck verleihen. Die Ohren sind lang und hängen, ihre Spitzen reichen meist bis weit unter die Augen. Die Fellfarbe kann variieren, jedoch ist es meist dreifarbig oder zweifarbig.

Zwei Beagle sitzen nebeneinander in der Wiese
Der Beagle besitzt einen ausgeprägte Leidenschaft für das Jagen.

Das Herz eines Beagles: Ein Charakter voller Lebensfreude

Der Beagle zeichnet sich durch seine freundliche, lebhafte und ausgesprochen soziale Natur aus. Er liebt es, Teil einer Gruppe zu sein und eignet sich hervorragend als Familienhund. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit besitzt er einen eigenständigen Charakter und eine ausgeprägte Jagdleidenschaft, was seine Erziehung manchmal zur Herausforderung machen kann.

Falls du dich dafür interessierst, wie du deinem Beagle das Jagen abgewöhnen kannst, sieh dir unbedingt unseren Online-Kurs mit Hundetrainer Holger Schüler an. Er zeigt dir sinnvolle Übungen, die dir helfen, den Jagdtrieb deines Hundes zu kontrollieren.   

Die ideale Umgebung

Obwohl Beagle ursprünglich als Meutehunde gehalten wurden, können sie sich hervorragend an verschiedene Wohnsituationen anpassen. Sie fühlen sich sowohl in einer Wohnung in der Stadt als auch in einem Haus mit Garten wohl, vorausgesetzt, sie bekommen genug Auslauf. Berücksichtige unbedingt, dass du deinem Hund in jeder Lebenssituation ausreichend Zeit und Geduld schenken musst.

Körperliche und geistige Auslastung

Der Beagle ist eine energiegeladene und clevere Rasse, die sowohl körperliche Aktivität als auch geistige Anregung braucht, um gesund und glücklich zu bleiben. Sein starker Bewegungsdrang und seine Intelligenz machen den Beagle zu einem idealen Partner für eine Vielzahl von Aktivitäten:

Spaziergänge

Langes Spazierengehen ist für Beagles unerlässlich. Durch die täglichen Spaziergänge bleibt der Beagle fit und kann seinen Entdeckungsdrang ausleben. Mindestens eine Stunde pro Tag sollte für Spaziergänge eingeplant werden. Viele Beagle freuen sich auch über längere Spaziergänge. Bedenke aber immer, die körperliche Auslastung an den aktuellen Gesundheitszustand und das Alter deines Hundes anzupassen. Alte Hunde beispielsweise benötigen nicht so viel Bewegung wie jüngere.

Ein Beagle läuft eine blaue Rampe herunter
Viele Beagle sind sehr aktive Hunde und haben Spaß an Sportarten wie beispielsweise Aglility.

Hundesport

Für Beagle, die besonders energiegeladen sind, können Hundesportarten wie Agility eine ausgezeichnete Möglichkeit sein, überschüssige Energie abzubauen und gleichzeitig die Bindung zum Menschen zu stärken. Agility fordert den Beagle nicht nur körperlich, sondern auch geistig, da er lernen muss, die verschiedenen Hindernisse in der richtigen Reihenfolge zu bewältigen.

Auch die neue Trendsportart Ninjadogs ist super für Beagle geeignet. Du möchtest mehr darüber erfahren? Dann sieh dir unseren Online-Kurs mit Hundetrainerin Melanie Fydrich an und lerne, wie du beim täglichen Spaziergang die Koordination und Konzentration deines Hundes förderst.

Mentale Herausforderungen

Schnüffelspiele sind eine gute Möglichkeit, um einen Hund geistig auszulasten. Durch die Stimulation ihres ausgeprägten Geruchssinns werden Beagle mental gefordert und können ihren natürlichen Instinkt, zu schnüffeln und zu suchen, ausleben. Du kannst einfache Schnüffelspiele in den Alltag integrieren, zum Beispiel indem du das Futter in einem Schnüffelteppich versteckst oder Leckerlis in deinem Garten oder auf deinem Spaziergang versteckst. Schnüffelspielzeug kannst du, genau wie viele andere Spielzeuge, ganz einfach selber machen. In diesem Artikel verraten wir dir, wie das geht. 

Häufige Krankheiten

Beagle gelten in der Regel als robuste und gesunde Hunde, doch auch sie sind nicht von allen Krankheiten befreit. Diese Erkrankungen, zählen zu den häufigeren, die bei Beagles auftreten können:

Epilepsie

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, die immer wiederkehrende Anfälle verursacht. Dabei weisen die Nervenzellen im Gehirn Störungen auf. Diese sind leider unvorhersehbar und können Zuhause, beim Spazieren oder Spielen auftreten. Solch ein Anfall kann beispielsweise plötzliches Muskelzucken/Muskelstarren oder auch Bewusstlosigkeit hervorrufen. Epilepsie ist in der Regel medikamentös behandelbar. Deshalb ist es wichtig, dass in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen wird.

Rückwärtsniesen

Auch das Rückwärtsniesen ist ein typisches Problem bei Beaglen. Dabei zieht der Hund die Luft durch Mund und Nase gleichzeitig ein und es scheint, als würde er ersticken oder nach Luft schnappen. Ursache und Behandlung dieser Krankheit sind nicht bekannt, jedoch ist das Rückwärtsniesen in den meisten Fällen harmlos. Sollte dein Hund jedoch auffällig oft Rückwärtsniesen und dabei an Atemnot leiden, solltest du zu einem Tierarzt gehen.

Ohrenentzündungen

Aufgrund ihrer großen hängenden Ohren leiden Beagle häufig an Ohrenentzündungen. Sekret, Fremdkörper oder Parasiten, wie Milben, Zecken oder Flöhe können sich dort leichter absetzen. Demzufolge bilden sich beim Beagle oft schmerzhafte Ohrenentzündungen. Diese machen sich durch heftiges Kopfschütteln und Kratzen, Schmerzempfindlichkeit oder eitrigen Ausfluss erkennbar.

Hound-Ataxie

Diese für Beagle typische Krankheit ist eine neurologische Erkrankung des Rückenmarks. Die Hound-Ataxie hat Bewegungsstörungen, spastische Lähmungen oder eingeschränkte Reflexe zur Folge. Obwohl die Symptome meist schmerzfrei sind, solltest du dir vom Tierarzt entsprechende Medikamente verschreiben lassen, die du deinem Hund im Ernstfall verabreichen kannst.

Es ist wichtig zu beachten, dass trotz dieser potenziellen gesundheitlichen Probleme der Beagle zu den gesunden und glücklichen Rassen zählt, besonders wenn sie ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und regelmäßige tierärztliche Versorgung erhalten. Als zukünftiger Beagle-Besitzer solltest du dir jedoch bewusst sein, dass diese Erkrankungen auftreten können, und bereit sein, entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Pflege: Aufmerksamkeit von Kopf bis Pfote

Die Pflege eines Beagles ist relativ einfach und umfasst verschiedene Bereiche:

  • Fell: Die Fellpflege benötigt lediglich wöchentliches Bürsten mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste, obwohl während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst eine erhöhte Häufigkeit nötig sein kann.
  • Pfoten: Die Pfoten müssen nach langen Spaziergängen oder Wanderungen auf Risse und Fremdkörper überprüft. Bei Bedarf sollten außerdem die Krallen geschnitten werden.
  • Ohren: Da Beagle-Ohren anfällig für Schmutz und Feuchtigkeit sind, sollten sie mindestens einmal wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf mit einem speziellen Ohrreiniger gereinigt werden.
  • Augen: Die Augen sollten klar und hell sein und regelmäßig auf Rötungen oder Ausfluss überprüft werden.
  • Zähne: Die Zahnpflege sollte nicht übersehen werden, da Zahnstein und Zahnfleischprobleme ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen können. Daher sollten die Zähne mindestens einmal pro Woche geputzt und regelmäßige Zahnkontrollen beim Tierarzt durchgeführt werden,

Wie genau du die einzelnen Körperteile deines Hundes richtig pflegst, erfährst du in diesem Online-Kurs mit Hundetrainer Charles Schibalski. Außerdem erhältst du wertvolle Tipps zur Körperpflege deines Hundes und lernst, wie du eine eigene Pflegeroutine erstellst.

Die Ernährung des Beagles

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes. Ein hochwertiges Hundefutter, das du deinem Hund in richtiger Menge fütterst, bildet hier die Grundlage.

Beim Beagle ist besonders zu beachten, dass diese Rasse zu Übergewicht neigt. Übergewicht kann Risiko für eine Reihe von Gesundheitsproblemen, wie Gelenkprobleme und Herzkrankheiten, erhöhen. Überwache daher regelmäßig das Gewicht deines Hundes und mache bei Bedarf Anpassungen an Ernährung und Bewegungsplan. Auch Leckerlies und Snacks sollten besser sparsam verwendet werden.

Mehr über die richtige Hundeernährung und wie viel Futter für deinen Hund am besten ist, erfährst du in unserem Online-Kurs mit Expertin Karin Petra Freiling

Ein Beagle liegt mit einem Ball in der Wiese
Ein Beagle braucht viel Zuneigung und Beschäftigung.

Checkliste: Passt ein Beagle zu dir?

Sich einen Hund anzuschaffen ist eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte. Die folgende Checkliste kann dir helfen, zu entscheiden, ob ein Beagle der richtige Hund für dein Leben ist:

  1. Körperliche und geistige Auslastung: Beagle sind aktive und intelligente Hunde, die regelmäßige Bewegung und geistige Herausforderungen benötigen. Bist du bereit und in der Lage, einem Beagle genügend Auslauf, Spiel und Training zu bieten?
  1. Zeit für Erziehung und Sozialisation: Beagle sind freundlich und gesellig, aber sie brauchen auch eine konsequente Erziehung und Sozialisation, um sich entspannten, umgänglichen Hunden zu entwickeln. Hast du genügend Zeit und Geduld, um dich um die Erziehung und Sozialisation eines Beagles zu kümmern?
  1. Pflegebedürfnisse: Beagle benötigen eine regelmäßige Pflege, einschließlich Bürsten, Pfotenpflege und Zahnreinigung. Bist du bereit, diese Pflegeaufgaben zu übernehmen?
  1. Familienhund: Beagle sind freundliche und liebevolle Hunde, die gut zu Familien mit Kindern passen. Sind alle Familienmitglieder bereit, den neuen Vierbeiner in der Familie willkommen zu heißen und sich um ihn zu kümmern?
  1. Wohnsituation: Beagle können sich gut an verschiedene Wohnsituationen anpassen, benötigen aber auch genug Platz, um sich auszutoben. Ist deine Wohnsituation geeignet für einen aktiven Hund wie den Beagle?

Wenn du alle Fragen mit Ja beantworten kannst, könnte ein Beagle gut zu dir und deinem Lebensstil passen. Aber denke daran, dass jeder Hund ein Individuum ist und seine eigenen Bedürfnisse sowie Persönlichkeit hat. Es ist immer eine gute Idee, vor der Entscheidung, einen Hund zu adoptieren, viel über die Rasse zu lernen und, wenn möglich, Zeit mit Hunden dieser Rasse zu verbringen.

Anschaffung: Züchter, Tierheim oder Privatverkäufer?

Die Entscheidung für einen Beagle ist der erste Schritt. Jetzt steht die Frage an, woher der neue vierbeinige Freund kommen soll. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Beagle zu bekommen, und es ist wichtig, die Vor- und Nachteile jeder Option zu verstehen.

Einen Welpen bei einem seriösen Züchter kaufen

Der Kauf eines Beagles bei einem anerkannten Züchter ist eine gute Möglichkeit, um sicherzustellen, dass dein Hund gesund und gut sozialisiert ist. Seriöse Züchter kümmern sich um die Gesundheit ihrer Tiere, führen notwendige Gesundheitstests durch und züchten nur mit Hunden, die alle gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei einem Besuch beim Züchter hast du die Möglichkeit, die Elterntiere und die Umgebung, in der die Welpen aufwachsen, kennenzulernen. Allerdings ist der Kauf eines Welpen von einem Züchter meist teurer als andere Optionen.

Die Adoption aus dem Tierheim

Die Adoption eines Hundes aus einem Tierheim kann eine sehr erfüllende Erfahrung sein. Es gibt viele Hunde, auch Beagle oder Beagle-Mischlinge, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Zuhause verloren haben und auf eine zweite Chance warten. Häufig sind diese Hunde bereits erwachsen und manchmal schon erzogen. Außerdem unterstützt du mit der Adoption aus einem Tierheim die Arbeit der Tierschützer und gibst einem Hund ein neues Zuhause. Beachte allerdings, dass bei einem Tierschutzhund oft nicht genau bekannt ist, was er in seiner Vergangenheit erlebt hat. Möglicherweise haben manche dieser Hunde Verhaltensprobleme und benötigen spezielle Aufmerksamkeit.

Der Kauf von einem Privatverkäufer

Die Anschaffung eines Beagles von einem Privatverkäufer kann eine weitere Option sein. Manchmal suchen Beagle-Besitzer ein neues Zuhause für ihren Hund, weil sie sich aus verschiedenen Gründen nicht mehr ausreichend um ihn kümmern können. Ein Vorteil hierbei kann sein, dass du einen ausgewachsenen Hund bekommst, der bereits erzogen ist und dessen Charakter du schon vor der Anschaffung kennenlernen kannst. Allerdings solltest du vorsichtig sein und sicherstellen, dass der Hund gesund ist und aus guten Haltungsbedingungen stammt.

Unabhängig von dem Weg, den du wählst, ist eine gründliche Vorbereitung wichtig. Informiere dich umfassend, stelle viele Fragen und triff eine bewusste Entscheidung. Ein Beagle ist ein lebensfroher und aktiver Begleiter, der mit der richtigen Erziehung und Pflege ein wunderbares Familienmitglied sein kann.

Zusammengefasst: Der Beagle, ein vielseitiger Begleiter

Der Beagle ist demnach also ein energiegeladener und charmanter Hund, der sich hervorragend als Familienhund eignet. Mit der richtigen Pflege, Erziehung und Beschäftigung kann er ein wunderbarer Lebensgefährte sein. Obwohl er Herausforderungen mit sich bringt, sind die Freude und das Glück, das er in ein Zuhause bringt, unbezahlbar.

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