Steckt in deinem Hund ein Ninjadog? Was du über die neue Hundesportart wissen musst

Top Dog Hündin Trouble auf einem Ninjadogs Hindernis.
Inhaltsverzeichnis
Newsletter

Noch mehr Gratis-Wissen in deinem Postfach.

Online Kurse
Inhaltsverzeichnis

Hundetrainerin Melanie Fydrich ist bekannt dafür, dass sie ihre Hunde gerne sinnvoll beschäftigt und dafür auch selbst kreativ wird. Gemeinsam mit ihrer Border-Collie-Hündin Trouble hat sie schon Europa- und Weltmeistertitel im Frisbee geholt, die RTL-Show Top Dog Germany gewonnen und mit Crossdogging eine neue Sportart für Hunde ins Leben gerufen – und als wäre das alles noch nicht genug, sind Melanie und Trouble auch noch Erfinderinnen des neuen Trends Ninjadogs. 

Was ist Ninjadogstraining?

Klingt cool, ist cool: Mit dem Ninjadogstraining wird aus deinem Hund buchstäblich ein kleiner Ninja. Die Grundidee ist das Überqueren verschiedener Hindernisse, deren Schwierigkeitsgrad variieren kann: Der Hund lernt auf schmalen Mauern balancieren, Sprünge von Stein zu Stein machen oder wackelige Untergründe absolvieren. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund steht dabei im Fokus. Anders als beim Agility, bei dem der Parcours auf Zeit durchlaufen wird, geht es beim Ninjadogstraining zunächst nicht um Geschwindigkeit. Auch musst du dafür nicht auf den Hundeplatz, sondern kannst naturgegebene Hindernisse oder gar deine Wohnungseinrichtung nutzen. 

Diese Vorteile vereint Ninjadogs in sich: 

  • Fördert die Konzentration und Koordination deines Hundes
  • Bindung und Vertrauen werden gestärkt 
  • Das Körpergefühl deines Hundes wird verbessert
  • Ängstlichen Hund kann zu mehr Mut verholfen werden
  • Wagemutige Hunde lernen, fokussierter zu arbeiten
  • Geistige wie auch körperliche Beschäftigung für deinen Hund
  • Einfache Integration in den Alltag
Ein Hund balanciert auf Pfeilern.
So zu Balancieren ist für Hunde gar nicht so einfach. Welche Hunde sich für Ninjadogstraining eignen erfährst du im nächsten Abschnitt.

Für wen ist Ninjadogs geeignet?

Die Hundesportart eignet sich für alle Mensch-Hund-Teams, die Lust auf etwas Neues haben. Dein Hund muss nichts besonderes können, um mit dem Training zu starten, und auch an dich als Hundeführer*in gibt es keine Anforderungen. Groß wie klein, alt oder jung, unabhängig von Rasse und Charakter: Bei Melanie Fydrichs Ninjadogstraining kommt wirklich jeder Hund auf seine Kosten. Auch wenn du einen Junghund Zuhause hast, der noch nicht springen soll, kannst du das Training darauf anpassen. Denn das Tempo, in dem du arbeitest, hängt ganz individuell von den Bedürfnissen deines Hundes ab – schnelle Erfolge stehen nicht im Vordergrund, sondern Spaß und gemeinsame Erlebnisse. 

Tipp: Falls du noch auf der Suche nach dem richtigen Hundesport für dich und deinen Hund bist, haben wir in diesem Artikel die gängigsten Sportarten zusammengefasst. 

Was braucht man für Ninjadogs?

Du brauchst kein spezielles Equipment und kannst einfach beim nächsten Spaziergang starten. Von Vorteil ist ein gut sitzendes Geschirr, damit du deinen Hund schnell sichern kannst, wenn es nötig wird. Zur Belohnung solltest du außerdem Futter oder das Lieblingsspielzeug deines Hundes dabei haben, je nachdem was dein Hund präferiert. 

Zwei Übungen für deinen Einstieg

In diesem Abschnitt bekommst du die ersten praktischen Übungen zum Nachmachen an die Hand: Touch und Fokus. Sie bilden die Basis für das Training deines Ninjadogs und auf ihnen fußen alle weiteren Übungen. 

Bevor du mit dem Training beginnst, solltest du deinen Hund allerdings gut aufwärmen. Melanie zeigt dir in diesem Video drei Ideen für euer Warm-Up: 

Touch

Beim Touch soll dein Hund lernen, einen Gegenstand mit den Vorderpfoten zu berühren. Mit dieser Übung kann dein Hund fremde Hindernisse in Zukunft besser erkunden: Ist der Untergrund wackelig oder rutschig? Befindet sich dahinter vielleicht ein Abgrund? Für den Anfang kannst du zum Beispiel an einer niedrigen Mauer starten. 

  1. Schritt: Der Hund wird mit einem Leckerli auf das Hindernis gelockt, sodass nur die Vorderpfoten auf der Mauer stehen. Klappt das gut, kann an diesem Punkt auch schon das Kommando sowie ein Handzeichen eingebaut werden – das Kommando kann “Touch” oder ein anderes Wort deiner Wahl sein.
  2. Schritt: Sitzt der erste Schritt, geht es an das “Weiter”. Mit diesem Kommando soll der Hund auf das Hindernis springen. Auch hier kannst du mit einem Leckerli arbeiten, um deinen Hund auf die Mauer zu bewegen. 
  3. Schritt: Jetzt fehlt noch das umgekehrte “Touch”. Mit dem “Herunter” berühren nur die Hinterpfoten des Hundes die Mauer. Der Aufbau ist ähnlich wie in Schritt 1 und 2 – ein Leckerli hilft dir dabei, den Hund in die richtige Position zu bringen.

In diesem Video kannst du dir die Übung in Bewegung anschauen und bekommst noch mehr Hintergrundinformationen: 

Fokus

Bei der Basisübung Fokus geht es darum, dass dein Hund seinen Blick auf einen bestimmten Gegenstand richtet. Wieso? Damit er bei allen Folgeaufgaben weiß, welchen Gegenstand du eigentlich meinst oder über welches Hindernis er als nächstes gehen soll. Erarbeiten kannst du dir das Ganze entweder mit Futter oder einem Spielzeug, je nachdem was für dich und deinen Hund besser funktioniert. 

  1. Schritt: Zunächst muss der Hund lernen, dass er das Leckerli oder Spielzeug anschauen darf und dass er dafür auch belohnt wird. Dafür wird der Hund festgehalten, das Leckerli wird vor ihm über den Boden gerollt und der Hund wird sofort freigegeben.
  2. Schritt: Nach einigen Wiederholungen wird die Übung verlängert. Du zögerst also die Freigabe etwas hinaus. Timing ist hier besonders wichtig: Der Hund sollte nicht abgelenkt sein, sondern seinen Fokus auf das Spielzeug oder Leckerchen halten können. Schafft dein Hund das nicht, beendest du die Übung und beginnst von vorne. 
  3. Schritt: An diesem Punkt wird Impulskontrolle wichtig. Der Hund soll nun auf die Freigabe warten, ganz ohne dass du ihn festhalten musst. Leckerli oder Spielzeug werden geworfen und du signalisiert deinem Hund körpersprachlich, dass er warten soll. Richtet er den Blick auf das Leckerli oder Spielzeug, erfolgt die Freigabe. 
  4. Schritt: Funktioniert das alles zuverlässig, kannst du ein Kommando einbauen. Ob das “Fokus” oder ein anderes Wort ist, kannst du frei entscheiden.

Auch zu dieser Übung haben wir ein ausführliches Video für dich: 

Wenn du jetzt richtig Lust auf Ninjadogstraining bekommen hast: Mehr Übungen findest du in Melanies Grundkurs. Weitere Infos über Melanie und Trouble findest du in diesem Interview. Wir wünschen deinem Hund und dir viel Spaß beim Ausprobieren! 

Share this post

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on email

Das könnte dich auch interessieren