Agility Hund

Agility Training mit deinem Hund – Spaß für dich und deinen Vierbeiner

Der Kauknochen wird uninteressant, die Schnüffelteppiche sind in Sekundenschnelle leergeräumt und einfache Spaziergänge reichen irgendwie auch nicht aus. Der Hund ist unausgelastet und die Suche nach einer neuen Beschäftigung für Mensch und Hund beginnt.

Kommt dir diese Situation bekannt vor? Falls du auf der Suche nach einer spannenden Aktivität für dich und deinen Liebling bist, wirst du hier fündig. In diesem Artikel erfährst du alles über die Hundesportart Agility, von den Grundlagen bis zu den einzelnen Hindernissen. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Inhalt

  1. Was ist Agility?
  2. Woher kommt Agility mit Hunden?
  3. Wieso Agility mit meinem Hund?
  4. Welche Hunderassen eignen sich für Agility?
  5. Wie alt muss mein Hund für Agility sein?
  6. Was muss mein Hund für Agility können?
  7. Wie fange ich mit Agility an?
  8. Vorteile und Nachteile der Hundesportart Agility
  9. Grundlagen und Regeln
  10. Hindernisse

Was ist Agility?

Agility ist eine Hundesportart, bei der ein Hund in Begleitung eines Menschen einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen absolviert. Das Wort Agility kommt aus dem Englischen und bedeutet Beweglichkeit oder Geschicklichkeit, wodurch die Sportart schon relativ gut beschrieben wird. Es geht dabei um Geschwindigkeit, Koordination, Geschicklichkeit und die Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch. Das Ziel ist es, deinen Hund mit Hilfe von Körpersprache und Stimme möglichst schnell und fehlerfrei durch den Parcours zu schicken. Die dabei zu überwindenden Hindernisse bestehen aus Slalom, Tunnel, Mauer, Reifenspringen und einigen anderen. Der Mensch läuft dabei neben dem Hund her und zeigt ihm somit die richtige Reihenfolge. Der Hund darf weder ein Halsband noch eine Leine tragen und darf nicht berührt werden.

Woher kommt Agility mit Hunden?

Das Agility Training stammt ursprünglich aus Großbritannien, wo es zunächst nur ein Pausenprogramm bei einer großen Hundeshow war. Inspiriert wurde der Gründer Peter Meanwell von den Springparcours aus dem Pferdesport. Das Publikum war so begeistert von der Darbietung, dass daraus ein eigener Sport entstand. Seit den 1980er Jahren ist die Hundesportart auch in Deutschland immer beliebter geworden. Mittlerweile ist Agility ein internationaler Sport, bei dem Mensch und Hund als Team gegen andere antreten. Bei den Agility Weltmeisterschaften sind inzwischen Teams aus über 30 Ländern dabei.

Agility Tunnel

Wieso Agility mit meinem Hund?

Beim Agility erreicht die Bindung zwischen dir und deinem Vierbeiner durch die Zusammenarbeit eine ganz neue Stufe. Dein Hund muss dir vertrauen, indem er sich ganz auf dich verlässt und dir die Führung übergibt. Außerdem bietest du deinem Hund damit eine tolle sportliche Aktivität und trainierst seine Geschicklichkeit, Koordinationsfähigkeit, Ausdauer, Gehorsamkeit und Schnelligkeit. Das Agility Training fördert noch dazu sowohl deine Fitness als auch die deines Hundes.

Welche Hunderassen eignen sich für Agility?

Besonders geeignet für diesen Hundesport sind lernfreudige, aktive Hunde, die gerne mit dem Menschen zusammenarbeiten. Solche Rassen sind beispielsweise der Border Collie, der Australian Shepherd oder der Schäferhund. Aber auch kleinere Rassen wie Terrier können Freude daran finden. Für kleine Hunde wird der Parcours angepasst und auch im Wettkampf gibt es verschiedene Klassen, je nach Größe und Gewicht deines Vierbeiners. Für ältere Hunde gibt es außerdem eine Seniorenklasse.

Ungeeignet für Agility sind sehr große und schwere Rassen. Dazu gehören beispielsweise Neufundländer oder Bernhardiner. Durch die hohe körperliche Belastung und Anstrengung, können bei ihnen Gelenkerkrankungen entstehen. Dementsprechend sollte Agility auch von kranken oder übergewichtigen Hunden nicht ausgeführt werden. Aber auch für kleine Rassen mit einem langen Rücken, wie etwa Dackel, ist dieser Hundesport nicht zu empfehlen. Lasse deinen Hund vorsichtshalber von einem Tierarzt untersuchen, bevor du mit dem Training startest.

Agility Training

Wie alt muss mein Hund für Agility sein?

Das Agility Training solltest du erst beginnen, wenn dein Hund ausgewachsen ist. Ein zu früher Start kann zu Brüchen oder Haltungsschäden führen, da der Knochenbau noch nicht ganz abgeschlossen ist. Auch die Muskeln und Bänder sind bei sehr jungen Hunden noch zu schwach für viel Bewegung. Die meisten Hunde sind ab einem Alter von 8 bis 12 Monaten ausgewachsen. Einige Rassen, wie beispielsweise die Deutsche Dogge, können jedoch noch bis zum 30. Lebensmonat wachsen. Informiere dich am besten bei deinem Tierarzt, bevor du das Agility Training mit deinem Hund beginnst.

Natürlich kannst du auch deinen Welpen bereits spielerisch an die Hindernisse heranführen. Ein kleines Trampolin, ein umgefallener Baumstamm, Welpenbrücken oder Welpenwippen gewöhnen deinen kleinen Vierbeiner an verschiedene Untergründe und fördern seinen Mut, Geschicklichkeit und Koordination. Achte jedoch darauf, dass er nicht zu viel springt, keine engen Kurven läuft und genügend Pausen bekommt.

Was muss mein Hund für Agility können?

Um an einem Agility Turnier teilnehmen zu dürfen, muss dein Hund vorab die Begleithundeprüfung bestehen und einen Verhaltenstest ablegen. Die Grundlagen dafür bildet Gehorsam, das Beherrschen der Grundkommandos und natürlich eine gute Kommunikation und Beziehung zwischen dir und deinem Vierbeiner.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gesundheit deines Hundes. Es sollten keine Gelenkerkrankungen, Übergewicht oder psychische Erkrankungen vorliegen. Ist dein Hund psychisch angeschlagen oder neigt dazu schnell aufzudrehen, könnte er mit den stressigen Trainingssituationen nicht zurechtkommen und schnell überfordert sein. Außerdem solltest auch du als Hundeführer oder Hundeführerin eine gute Fitness, Koordination und Reaktionsschnelligkeit mitbringen.

Hund Agility

Wie fange ich mit Agility an?

Bevor du mit dem Agility Training startest, sollte dein Hund die wichtigsten Grundkommandos wie „Platz“, „Sitz“ oder „Komm“ beherrschen. Auch die Gehorsamkeit sollte zuvor geübt werden. Dein Vierbeiner muss dir schließlich aufs Wort gehorchen, um den Parcours zu meistern und sich von dir lenken zu lassen. Daher wird zu Beginn meist mit einer Leine geübt. Falls du mit deinem Hund noch ganz am Anfang stehst, findest du auf unserem Blog einen Artikel zur Hundeerziehung und einen zum Thema Leinenführigkeit.

Auch eine gute Ausdauer ist beim Agility wichtig, sowohl von deinem Hund als auch von dir. Diese könnt ihr gemeinsam beispielsweise beim Joggen oder Fahrrad fahren trainieren. Denke jedoch daran, immer genügend Pausen einzulegen, um deinen Vierbeiner nicht zu überfordern.

Du kannst dir einen kleinen Agility Parcours für Zuhause kaufen oder selbst bauen und deinen Hund dort langsam an die Hindernisse heranführen oder einen Schnupper-Kurs in einer Hundeschule besuchen. Letzteres ist empfehlenswert, da du dort von Beginn an lernst, wie du das Training richtig aufbaust und wie du deinen Hund dazu motivieren kannst. Dennoch spricht nichts dagegen, zunächst als Einstieg oder ergänzend auch Zuhause zu trainieren. Dort kannst du beispielsweise folgende Übungen aufbauen:

Balanceübung: Diese Übung kannst du leicht selbst machen, indem du ein stabiles Brett auf 2 Getränkekisten legst. Dein Hund muss dieses Brett anschließend überqueren. Halte deinen Vierbeiner zu Beginn am Geschirr fest, um einen Sturz zu vermeiden. Balanceübungen können auch sehr gut in deinen Spaziergang integriert werden, indem du deinen Hund über umgefallene Baumstämme laufen lässt.

Hürden: Auch diese kannst du gut Zuhause aufbauen. Dafür benötigst du lediglich einen Stab oder Stock und zwei Auflageflächen, auf die du diesen legst. Achte darauf die Stange zu Beginn nicht zu hoch zu legen.

Tunnel: Einen Tunnel kannst du einfach aus ein paar Stühlen und einer Decke konstruieren. Stelle die Stühle hintereinander und lege die Decke darüber. Achte dabei darauf, dass die Stuhlbeine hoch genug sind, damit dein Hund gut darunter durchlaufen kann. Solltest du einen sehr großen Hund haben, kannst du die Stühle auch gegenüberstellen. Gehe auf die andere Seite des selbstgebauten Tunnels, locke deinen Hund und belohne ihn mit Leckerlis. Anfangs haben einige Vierbeiner Angst vor dieser Aufgabe, hab also Geduld und belohne kleine Fortschritte.

Slalom: Hierfür kannst du einfach ein paar lange Stöcke oder Weidezaunpfähle in den Boden stecken. Zeige deinem Hund den Weg zunächst mit einem Leckerli. Das Ziel ist es, dass dein Hund den Slalom eigenständig durchläuft und dabei keinen Stock auslässt.

Slalom

Vorteile und Nachteile der Hundesportart Agility

Für gesunde, fitte und geeignete Hunde und Menschen bringt Agility einige Vorteile mit sich:

  • Bewegung und Training der Fitness für Mensch und Hund
  • Verbesserung der Koordinationsfähigkeit
  • Training der geistigen Fähigkeiten deines Hundes, beispielsweise Konzentration und Erinnerung
  • Artgerechte Auslastung deines Vierbeiners
  • Stärkung der Hund-Mensch Beziehung und Verbesserung der Kommunikation zwischen euch
  • Soziale Kontakte für dich und deinen Hund

Jedoch gibt es auch ein paar Nachteile, derer du dir zuvor bewusst sein solltest:

  • Hoher Zeitaufwand durch die Trainingsstunden
  • Finanzieller Aufwand durch Geräte im Selbstkauf oder Trainingsstunden in einer Hundeschule
  • Mögliche Überforderung deines Hundes bei zu viel Ehrgeiz und Training
  • Für manche Rassen, Junghunde und Hunde mit Gelenkproblemen ungeeignet
  • Hoher Stressfaktor für deinen Hund

Agility hat also einige Vorteile aber auch Nachteile, die du beachten musst. Sprich am besten vor dem Training mit deinem Tierarzt oder einer Hundeschule, ob dein Hund dafür geeignet ist. Achte auch auf dein Bauchgefühl: Wenn du denkst, dass dieser Hundesport deinen Vierbeiner zu sehr stresst oder überfordert, solltest du damit aufhören. In der Regel haben die meisten Hunde jedoch sehr viel Spaß daran und freuen sich, gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen aktiv zu sein.

Grundlagen und Regeln

Beim Agility wird dein Hund nur mit deiner Stimme, Körpersprache und Handzeichen über die Hindernisse gelenkt. Dabei sind im Wettkampf weder Leine und Halsband noch Leckerlis oder Spielzeuge erlaubt. Die Länge der zu bewältigenden Strecke beträgt dabei zwischen 100 und 200 Meter und beinhaltet 12 bis 22 Hindernisse.

Entscheidend für den Sieg ist die Schnelligkeit und die fehlerfreie Ausführung des Laufs. Sind zwei Hunde gleich schnell, gewinnt derjenige, der weniger Fehler gemacht hat. Wird ein Hindernis ausgelassen oder in der falschen Reihenfolge absolviert, ist das Team für diesen Lauf disqualifiziert. Verweigert der Hund das Hindernis oder läuft daran vorbei, wird ein neuer Versuch gestartet, was jedoch wertvolle Zeit kostet.

Bei Agility Turnieren werden die Hunde in die verschiedenen Größenklassen Mini, Midi und Maxi eingeteilt. Die Klasse Mini reicht bis zu einer Widerristhöhe von 35 cm. In der nächsthöheren Größenklasse Midi dürfen Hunde mit 35 bis 42 cm Widerristhöhe starten und die letzte Stufe Maxi ist für Vierbeiner ab 43 cm.

Außerdem gibt es die Leistungsklassen A1, A2 und A3. In der Einsteigerklasse A1 darfst du mit deinem Hund starten, wenn er älter als 18 Monate ist und die Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest bestanden hat. A2 ist für dich und deinen Vierbeiner erlaubt, wenn ihr bereits einige fehlerfreie Agility-Läufe in A1 absolviert habt. Dasselbe gilt wiederum für die höchste Klasse A3. Hierfür brauchst du mit deinem Hund mehrere fehlerfreie A2-Läufe. Sobald du die Königsklasse A3 erreicht hast, kannst du durch gute Platzierungen Qualifikationspunkte sammeln, um damit an den deutschen Meisterschaften, internationalen Turnieren oder den Ausscheidungsturnieren zur WM-Teilnahme zu starten.

Schrägwand

Hindernisse

Der Agility Parcours besteht aus bis zu 22 Hindernissen. Manche sind immer Bestandteil des Parcours, andere seltener. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich je nach der Leistungsklassen, in der du mit deinem Hund startest. Zu den möglichen Hindernissen gehören beispielsweise:

Tisch: Hier muss dein Hund auf den Tisch springen und dort etwa 5 Sekunden warten. Danach darf er erst wieder herunterspringen.

Hürden: Eine lose Stange wird in unterschiedlichen Höhen auf Seitenteile aufgelegt und muss von deinem Hund übersprungen werden, ohne dass sie herunterfällt. 

Reifen: Hierbei muss dein Hund durch einen Reifen springen, der in einem Gestell angebracht ist. 

Weitsprung: Bei diesem Agility Gerät werden meist zwei bis fünf Sprungelemente aus beispielsweise Schaumstoff oder Holz hintereinander aufgestellt. Dein Hund muss alle auf einmal überwinden.

Wippe: Hier sind vor allem Balance und Gelassenheit von deinem Hund gefordert. Die Wippe muss komplett überquert werden, wobei ein häufig gemachter Fehler das zu frühe Abspringen am Ende ist. Dein Vierbeiner muss am Ende der Wippe kurz stehen bleiben, warten bis sie auf dem Boden aufkommt und darf sie erst dann ohne einen Sprung verlassen.

Slalom: Dieser besteht aus 12 im Boden steckenden Stangen, die dein Hund abwechselnd links und rechts umläuft. Dabei darf keine Stange ausgelassen werden.

Tunnel: Bei diesem Agility Hindernis gibt es zwei Arten. Die eine ist der feste Tunnel, der am Boden fixiert ist, überall dieselbe Höhe hat und von deinem Hund ganz normal durchlaufen werden kann. Der andere ist der Sacktunnel. Dieser ist nur zu Beginn fest in seiner Form und geht dann über in einen flexiblen Stoffteil, der am Boden aufliegt. Durch diesen zweiten Teil muss sich dein Hund quasi hindurchwühlen.

Schrägwand: Diese besteht aus zwei Elementen, die so verbunden sind, dass sie zusammen die Form eines großen A ergeben. Dein Hund muss eine Seite hinauf und die andere wieder herunterlaufen.

Laufsteg: Dieses Agility Hindernis besteht aus zwei Rampen und einem geraden Mittelteil. Dein Hund muss zunächst eine Rampe nach oben, dann über das Mittelteil und anschließend die zweite Rampe wieder komplett nach unten laufen, ohne vorher abzuspringen.

Denke immer daran deinen Hund nicht zu überfordern und ihm genügend Trainingspausen zu geben. Sollte er keinen Spaß daran haben, ist Agility nicht der richtige Sport für euch und sollte auch nicht weiter ausgeführt werden. Kontaktiere bei Problemen vorsichtshalber immer zuerst eine Hundeschule oder einen Tierarzt. Wenn du aber merkst, dass dein Vierbeiner Freude daran hat, bleibt dran. Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg beim Agility Training mit deinem Liebling!

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