Hundesport

Hundesport – Bewegung, Spaß und Erziehung

Es gibt viele Gründe, einen vierbeinigen Freund in sein Leben zu holen. Manche möchten einen ruhigen Familienhund, andere einen täglichen Begleiter und wieder andere einen sportlichen Partner, mit dem sie viel unternehmen können. Solltest du zu Letzteren gehören und gerne aktiv mit deinem Hund werden, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Aber nicht nur die aktivsten Hunde können Gefallen am Hundesport entwickeln. Da jeder Hund ausreichend Bewegung und geistige Auslastung braucht, ist Hundesport für fast alle Vierbeiner (und Zweibeiner) ein guter Ausgleich zu einem weniger aktiven Alltag. 

Ob dein Hund für Hundesport geeignet ist, welche Sportart am besten zu euch passt, welche Ausrüstung du dafür brauchst und weiteres zu dem Thema Hundesport erfährst du in diesem Artikel. Viel Spaß beim Lesen!

Inhalt

  1. Was gibt es für Hundesportarten?
  2. Agility
  3. Degility
  4. Dog Dancing
  5. Canicross
  6. Mantrailing
  7. Longieren
  8. Obedience
  9. Zughundesport
  10. Windhundesport
  11. Dog Frisbee
  12. Welche Hunde sind für Hundesport geeignet?
  13. Fehler im Hundesport

Was gibt es für Hundesportarten?

Dein Hund braucht ausreichend geistige sowie körperliche Beschäftigung. Fehlt dies, kann er unausgeglichen und unzufrieden werden. Eine gute Möglichkeit, um dem entgegenzuwirken und einen eventuell bewegungsarmen Alltag auszugleichen, ist Hundesport. Dieser erfreut sich immer größerer Beliebtheit und macht sowohl deinem Vierbeiner als auch dir Spaß. Da das Gebiet des Hundesports so vielfältig ist, findet sich für jede Rasse und jeden Hundebesitzer die passende Option.

Achte jedoch immer darauf deinen Hund nicht zu überfordern. Die Trainingseinheiten sollten nicht zu lange sein und immer ausreichend Pausen beinhalten. Außerdem kannst du deinen Hund vor dem Beginn einer Hundesportart von deinem Tierarzt untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass dein Hund auch körperlich dafür geeignet ist. Nachfolgend sind einige der beliebtesten Hundesportarten und die dafür benötigten Ausrüstungen vorgestellt.

Hundesport Agility

Hundesport: Agility

Beim Agility absolviert dein Hund einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen. Darunter beispielsweise Tunnel, Slalom, Wippe und einige andere. Du läufst dabei nebenher und schickst deinen Hund mit Hilfe von Stimme und Körpersprache durch den Parcours. Bei diesem Hundesport geht es vor allem um Koordination, Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und die Zusammenarbeit zwischen dir und deinem Vierbeiner. Zu dem wohl bekanntesten Hundesport Agility findest du einen eigenen Artikel auf unserem Blog.

Ausrüstung für Agility 

Beim Agility ist zum einen eine sportliche Kleidung für dich wichtig. Insbesondere gute Laufschuhe mit einer rutschfesten Sohle und Kleidung, mit der du dich gut bewegen kannst. Für deinen Vierbeiner benötigst du lediglich eine gute Führleine, die du schnell und sicher ab- und anleinen kannst. Um Agility Zuhause zu üben, benötigst du ein paar Hindernisse, wie beispielsweise eine Wippe, einen Reifen, Hürden oder einen Tunnel. Wenn du dir dies nicht zu Beginn alles kaufen möchtest, kannst du dir die Hindernisse vielleicht ausleihen oder am besten einen Agility Kurs in deiner Hundeschule besuchen. Dort merkst du auch gleich, ob du und dein Vierbeiner Freude an diesem Sport haben. Du kannst auch zu Beginn beispielsweise im Wald üben und deinen Hund über einen Baumstamm balancieren lassen. Einen ausführlichen Artikel zu dem Hundesport Agility findest du hier.

Hundesport: Degility

Der Hundesport Degility ist sehr ähnlich zum Agility. Er besteht ebenfalls aus einem Parcours, den du gemeinsam mit deinem Hund absolvieren musst. Hierbei geht es jedoch im Gegensatz zum Agility nicht um Geschwindigkeit. Anstatt den Parcours in einer gewissen Zeit zu beenden, geht es beim Degility darum, die Hindernisse und Aufgaben korrekt zu absolvieren. Dabei werden die Ausdauer, Konzentration und Balance deines Hundes ganz ohne Druck gefördert.

Somit ist dieser Hundesport auch für kleine, alte und sehr schwere Hunde geeignet. Die Hindernisse werden einfach an die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse deines Hundes angepasst. Auch Welpen oder sehr ängstliche Hunde können sich in dieser Sportart langsam an die unterschiedlichsten Hindernisse und Aufgaben herantasten. So lernen Welpen neue Untergründe und Herausforderungen kennen und ängstlichen Hunden kann das Meistern von Aufgaben neues Selbstbewusstsein geben.

Ausrüstung für Degility

Der Degility-Parcours ähnelt in seinen Elementen stark dem Agility-Parcours. Er besteht meist ebenfalls aus Wippen, Reifen, Slalom, Rampen und Hürden. Jedoch ist er je nach Hund und dessen Bedürfnisse und Bewegungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich aufgebaut. Im Alltag kannst du dir so einen Parcours auch einfach selber bauen. Beispielsweise kannst du deinen Vierbeiner auf einem Baumstamm balancieren lassen, ihn auf einem Kissen sitzen und das Gleichgewicht halten lassen oder aus ein paar Brettern eine Rampe bauen. Achte dabei immer auf die Sicherheit deines Hundes und halte ihn bei den ersten Balanceversuchen am besten fest.

Hundesport Dog Dancing

Hundesport: Dog Dancing

Bei dem Hundesport Dog Dancing studierst du mit deinem Hund zusammen eine Choreografie ein und zeigst, was ihr könnt. Dabei ist Kreativität und Fantasie gefragt. Auch die Intelligenz deines Hundes und die Beziehung zwischen dir und deinem Hund werden gefördert. Ein Vorteil ist außerdem, dass du für diesen Sport keine besondere Ausrüstung oder Hindernisse benötigst. Üben kannst du anfangs im Wohnzimmer oder Park. Einige Dog Dance Elemente sind beispielsweise Kriechen, Rolle, Slalom um deine Beine, Drehungen oder Männchen machen. Sobald ihr die einzelnen Elemente beherrscht, könnt ihr euch daraus eine Kür basteln und Musik hinzufügen.

Der Hundesport Dog Dancing fördert neben dem durchaus anspruchsvollen Erlernen der Tricks auch die Konzentration und die Orientierung deines Hundes an dir. Geeignet ist Dog Dancing grundsätzlich für alle Hunde, die Freude daran haben und motiviert sind. Bei alten Hunden und Welpen sollten keine Sprünge oder andere Übungen eingebaut werden, die dem Hund schaden könnten. Besprich dies am besten mit deinem Tierarzt, bevor du startest.

Ausrüstung für Dog Dancing

Bei dem Hundesport Dog Dancing benötigst du kein spezielles Equipment. Lediglich eine transportable Musikbox oder ein Handy, auf dem du Musik abspielen kannst, sind nützlich. Ebenfalls hilfreich ist ein Clicker, mit dem du deinem Hund signalisieren kannst, dass er etwas richtig gemacht hat. Falls dein Hund den Clicker nicht kennt, kannst du natürlich auch Leckerlis oder eine andere Belohnung verwenden, die dein Hund gewöhnt ist.

Hundesport Canicross

Hundesport: Canicross

Dieser Sport ist für dich und deinen Vierbeiner genau das Richtige, wenn ihr beide Freude am Laufen habt. Beim Canicross läufst du gemeinsam mit deinem Hund durch oft auch unwegsames Gelände. Dabei trägst du einen Bauchgurt, an dem dein Hund mit einer Leine befestigt ist. Bei diesem Hundesport gibt der Hund das Tempo an und zieht dich fast schon hinter sich her. Das bedeutet, dass du als Läufer auch ein recht hohes Tempo halten musst. Natürlich muss das Grundgehorsam deines Hundes trotzdem sitzen, damit du ihn auch stoppen oder die Richtung angeben kannst.

Dieser Hundesport ist ideal für Hund-Mensch-Duos, die sich gerne so richtig auspowern. Beachten solltest du jedoch, dass das Gewichtsverhältnis zwischen dir und deinem Vierbeiner ausgewogen ist. Ein sehr zierlicher und kleiner Hund, kann eine vergleichsweise schwere Person nur schlecht ziehen. Wenn du mit Canicross beginnen möchtest, starte am besten mit kurzen Strecken und achte darauf, dass du ausreichend Pausen einlegst. Auch die Temperatur solltest du im Blick haben, damit dein Vierbeiner nicht überhitzt. Im Sommer kannst du einfach früh morgens oder spät abends trainieren.

Ausrüstung Canicross

Bei dem Hundesport Canicross ist eine gute Ausrüstung sehr wichtig. Du benötigst gute Laufschuhe und Sportklamotten. Ebenso einen Hüftgurt, ein Canicross-Geschirr und eine Leine mit Panikhaken und Rückdämpfer, um deine Wirbelsäule und die deines Vierbeiners zu schützen. Falls deine Fellnase empfindliche Pfoten hat, können Hundeschuhe ebenfalls notwendig sein. Des Weiteren ist bei Dunkelheit ein Sicherheitslicht oder eine Warnweste für dich und deinen Hund wichtig, sowie bei langen Strecken ein transportabler Wassernapf, etwas Futter, Insektenschutz und ein Handy, um im Notfall Hilfe zu rufen.

Hundesport: Mantrailing

Die Hundesportart Mantrailing ist eine Art Fährtensuche. Dabei muss dein Hund anhand eines Geruchsgegenstands, beispielsweise einem getragenen Shirt, die zugehörige Person finden. Dieser Sport ist besonders gut für Jagdhunde geeignet. Sie kommen damit ihrer ursprünglichen Aufgabe dem Fährtenlesen sehr nahe. Natürlich können auch andere Hunde diese Sportart ausführen und viel Freude daran haben. Die Nasenarbeit ist für deinen Vierbeiner nämlich anstrengender als es vielleicht wirkt und kann einen guten Ausgleich zum Alltag für deinen Hund darstellen.

Mantrailing kannst du grundsätzlich mit jedem gesunden Hund machen, der Spaß am Erschnüffeln und Verfolgen einer Fährte hat. Die Größe deines Vierbeiners spielt dabei keine Rolle. Auch das Alter ist nicht entscheidend. Bei jungen Hunden solltest du jedoch nicht mit körperlich anstrengenden und langen Strecken beginnen, bevor dein Hund nicht ausgewachsen ist. Falls du einen alten Hund hast, solltest du die Strecke ebenfalls seiner körperlichen Verfassung anpassen.

Ausrüstung für Mantrailing

Beim Mantrailing ist ebenfalls ein gutes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung für dich nötig. Ebenfalls ein gutes Geschirr, eine Schleppleine und Leckerlis für deinen Vierbeiner, sowie auf längeren Ausflügen Wasser und Nahrung für euch beide. Wenn ihr im Wald oder in der Dämmerung übt, ist eine Warnweste für dich und deinen Vierbeiner ebenfalls empfehlenswert.

Um die Fährte für deinen Hund zu legen, benötigst du eine Fährtentasche für den Transport. Das kann einfach eine robuste Bauchtasche sein, in der du die Fährtengegenstände verstauen kannst. Wenn du bereits schwierige Fährten für deinen Hund auslegst, kann eine Fährtenkreide hilfreich sein. Mit dieser kannst du Stellen im Gelände für dich markieren, wenn dein Hund die Spur verliert und du selbst nicht mehr weißt, wo es weitergeht. Ein Extra ist außerdem ein Fährtenbuch. In diesem kannst du Ideen für neue Fährten festhalten oder äußere Einflüsse wie Windstärke, Regen oder Bodenbeschaffenheit dokumentieren und die Ergebnisse einer Fährtensuche danach auswerten und mit anderen Tagen vergleichen. Für den Anfang ist dies aber nicht nötig.

Hundesport Longieren

Hundesport: Longieren

Beim Longieren mit deinem Hund, läuft dieser entlang eines abgesteckten Longierkreises mit oder ohne Leine um dich herum. Dabei muss er deine verschiedenen Kommandos befolgen und darf den Kreis nicht betreten. Solche Kommandos können beispielsweise einfach die Grundkommandos Sitz oder Platz sein. Aber auch Richtungs- und Tempowechsel, sowie verschiedene Geräte können zusätzlich eingebaut werden.

Der Hundesport Longieren verbessert die Ausdauer deines Hundes und fordert ihn sowohl geistig als auch körperlich. Ebenso wird die Bindung zwischen dir und deinem Vierbeiner gestärkt, da ihr auch über die Distanz miteinander kommunizieren müsst. Dies ist auch im Alltag sehr hilfreich, da du beim Longieren beispielsweise übst, deinen Hund auf Distanz zu stoppen oder abzulegen. Longieren kannst du grundsätzlich mit jedem Hund, vorausgesetzt er ist ausgewachsen und hat keine Gelenkbeschwerden. Natürlich sollte auch dieser Hundesport sowohl dir als auch deinem Vierbeiner Spaß machen.

Ausrüstung für Longieren

Bei dem Hundesport Longieren benötigst du etwa 10 Longierstangen und ein Absperrband. Dies wird um die in einem Kreis in den Boden gesteckten Stangen gewickelt und grenzt so den Longierkreis ab. Für den Anfang ist eine Schleppleine und ein Geschirr wichtig, damit dein Hund etwas gelenkt werden kann, bis er verstanden hat, was er machen muss. Ebenfalls benötigst du einen Futterbeutel samt Belohnung für deinen Vierbeiner. Wenn du bereits fortgeschritten bist, kannst du Hürden oder andere Hindernisse in das Longiertraining einbauen. Ein Clicker ist hier ebenfalls hilfreich, um deinem Hund Lob zu signalisieren.

Hundesport Obedience

Hundesport: Obedience

Der Begriff Obedience kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Gehorsam“. Bei diesem Hundesport ist eine gute Teamarbeit zwischen deinem Hund und dir sehr wichtig. Dein Hund soll hierbei deine Kommandos gehorsam befolgen und aufmerksam ausführen. Übungen, die im Obedience vertreten sind, sind beispielsweise bei Fuß laufen, Ablegen des Hundes, Wechseln der Positionen zwischen Platz, Sitz und Steh, Apportieren und Kommandobefolgung auf eine Entfernung.

Dies sollte ausschließlich über Zuwendung und Belohnung trainiert werden. Fehlverhalten wird ignoriert und erwünschtes Verhalten durch Lob und Belohnung positiv verstärkt. Bestrafung, Zwang und Unterdrückung deines Vierbeiners sollte weder hier noch in irgendeiner anderen Hundesportart vorkommen. Beim Obedience-Training oder auch in einem Turnier kommt es darauf an, dass dein Hund die Aufgaben genau, aufmerksam und motiviert erfüllt. Ihr müsst also ein richtig gutes Team sein und beide Spaß an dieser Hundesportart haben. 

Grundsätzlich kann dieser Hundesport von jedem Hund ausgeführt werden, vorausgesetzt er ist ausgewachsen und gut sozialisiert. Bei sehr selbstständigen Hunderassen kann es dazu kommen, dass diese Hunde nicht jedes deiner Kommandos sofort befolgen, sondern zunächst einmal abwägen, ob dieses für sie gerade sinnvoll erscheint. Verzweifle also nicht, wenn mal etwas nicht klappt. Nimm es mit Humor und hole dir, wenn nötig, Hilfe in einer Hundeschule.

Ausrüstung für Obedience

Der Hundesport Obedience benötigt keine besondere Ausrüstung. Lediglich ein Clicker und Leckerlis sind sehr hilfreich. Wenn du bereits länger trainierst, kannst du zusätzlich einen Gegenstand zum Apportieren einbauen und dies beispielsweise durch Hürden erschweren. Ebenfalls kann eine Box oder ein markierter Ort eingesetzt werden, auf dem dein Hund auf eine gewisse Entfernung von dir abgelegt wird.

Zughundesport

Hundesport: Zughundesport

Der Zughundesport ist ein Überbegriff für viele verschiedene Sportarten, bei denen dein Hund im Gespann oder alleine einen Menschen hinter sich herzieht. Dabei stehst du beispielsweise auf Skiern, sitzt auf dem Fahrrad, einem Schlitten oder einer Kutsche. Sehr wichtig ist dabei ein gutes und für diesen Hundesport geeignetes Geschirr, mit dem die Wirbelsäule deines Hundes geschützt ist. 

Die Voraussetzungen für diesen Hundesport sind, dass dein Hund körperlich fit ist, ausgewachsen ist und bereits eine gute Kondition und Kraft besitzt. Lasse deinen Hund am besten von einem Tierarzt untersuchen, bevor du mit diesem Hundesport startest. Außerdem sollte dein Hund dir gehorchen, Vertrauen zu dir haben und sich in jeder Situation an dir orientieren. Ist dies nicht der Fall, kann es gefährlich für alle Beteiligten werden, wenn dein Hund beispielsweise plötzlich einem Reh oder einem anderen Hund hinterherläuft. Wenn all dies gegeben ist und dein Hund Freude am Ziehen hat, ist dieser Hundesport genau das richtige für euch.

Ausrüstung für Zughundesport

Beim Zughundesport benötigst du je nach ausgeführter Art Skier, Schlitten oder ein Fahrrad. Ebenfalls ein sehr gutes Geschirr, mit dem sich dein Hund nicht verletzen kann, einen Bauchgurt, an dem du deinen Hund befestigen kannst und eine Leine. Gute Laufschuhe für dich, eventuell Schuhe für deinen Hund, je nach Wetter Warnwesten und Jacken für euch beide, Wasser, etwas Nahrung und Insektenschutz sind ebenfalls wichtig.

Windhundesport

Hundesport: Coursing/ Windhundesport

Dieser Hundesport ist ideal für die lauffreudigen Windhunde. Auf einer abgesteckten Rennbahn oder auch im Gelände, wird eine Hasenattrappe vor den Hunden hergezogen und von diesen gejagt. Da ein Windhund ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis zu laufen hat, ist es empfehlenswert, ihnen die Möglichkeit dazu zu geben. Ansonsten kann es passieren, dass diese Hunde auf Dauer unglücklich werden oder unerwünschte Charakterzüge entwickeln.

Bei Windhunden ist zu beachten, dass so gut wie jeder einen ausgeprägten Jagdtrieb hat. Diesen zu verbieten würde deinem Windhund geistig sehr schaden. Dennoch kann der Windhundesport und das Jagen der Hasenattrappe dazu führen, dass dies den Jagdinstinkt verstärkt. Darauf solltest du bei deinen Spaziergängen achten und deinen Windhund dort nicht frei laufen lassen. Du kannst aber eine lange Schleppleine benutzen und die Aufmerksamkeit deines Hundes mit kleinen Spielen und Übungen während des Spaziergangs auf dich lenken und so vielleicht verhindern, dass er den eventuell auftauchenden Hasen allzu viel Beachtung schenkt. Auch ein großes, eingezäuntes Gelände, auf dem dein Windhund am besten mit anderen Hunden dieser Rasse toben kann, ist empfehlenswert. Denke aber daran, dass diese Hunderasse immer irgendeine Art von Auslauf oder Sport bekommen sollte, bei der sie ihr angeborenes Laufbedürfnis ausleben kann.

Ausrüstung für Windhundesport

Bei diesem Hundesport benötigst du privat nichts außer eine Führleine und ein Halsband oder Geschirr, mit dem du deinen Hund gut an- oder ableinen kannst. Die Hasenattrappe, die bei diesem Sport vor deinem Hund hergezogen wird, ist in den Vereinen vorhanden, in denen du diesen Sport ausüben kannst.

Hundesport Frisbee

Hundesport: Dog Frisbee

Bei dem Hundesport Dog Frisbee wird eine Wurfscheibe, das Frisbee, von dir auf unterschiedlichste Weisen geworfen und idealerweise von deinem Hund gefangen. Dabei gibt es verschiedene Arten. Beim Freestyle Frisbee baust du dir deine eigene, etwa zweiminütige Choreografie aus den Wurftechniken und Tricks. Beim Mini-Distance muss dein Vierbeiner innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst viele deiner Frisbee-Würfe in der Luft fangen. Berührt das Frisbee den Boden, gibt es keine Punkte. Beim Long-Distance spielt die Zeit keine Rolle. Du bekommst stattdessen 3 Würfe und versuchst das Frisbee so weit wie möglich zu werfen. Auch hier gibt es wieder nur Punkte, wenn dein Hund das Frisbee fängt, bevor es den Boden berührt. Natürlich kannst du auch einfach Zuhause aus Spaß und ohne Wettkampfgedanken mit deinem Hund Frisbee spielen und dir eine kleine Choreografie ausdenken.

Auch für diesen Hundesport sollte dein Vierbeiner ausgewachsen sein und keine körperlichen Beschwerden haben. Wenn du merkst, dass dein Hund gerne Sachen in der Luft fängt, könnte dieser Sport das Richtige für euch sein.

Ausrüstung für Dog Frisbee 

Beim Dog Frisbee benötigst du natürlich ein Hundefrisbee, das du gut werfen kannst. Das sollte keine normale Plastikscheibe sein, da diese splittern und deinen Hund verletzen kann, wenn er hineinbeißt. Die Frisbee sollte biegsam und robust sein, sodass selbst bei einem Bruch keine Verletzungsgefahr besteht. Außerdem sind gute Schuhe und Kleidung für dich wichtig.

Welche Hunde sind für Hundesport geeignet?

Beim Hundesport geht es nicht nur um die körperliche Fitness. Auch Spaß, Stärkung der Bindung zwischen dir und deinem Hund, Erziehung, Kopfarbeit und vielleicht sogar Wettkampf gehören dazu. Somit ist es grundsätzlich für alle Hunde möglich, einen geeigneten Sport zu finden. Wichtig ist jedoch, dass dein Hund ausgewachsen ist, bevor du intensiv mit einem körperlich anstrengenden Hundesport beginnst. Auch solltest du bestehende körperliche oder psychische Erkrankungen ausschließen, beziehungsweise mit deinem Tierarzt besprechen, was für deinen Hund in einem solchen Fall möglich ist.

Ideal für Hundesport sind Hunde, die einen starken „will to please“ haben. Das bedeutet, dass dein Vierbeiner gerne dem Menschen gefallen möchte und deshalb sehr kooperativ und motiviert versucht, die ihm gestellten Aufgaben zu lösen. Diese Eigenschaft wird besonders den Rassen Australian Shepherd, Schäferhund, Border Collie und sämtlichen Retrievern zugeschrieben. Bei Hunden, die sehr dickköpfig oder eigenständig sind, kann es dagegen manchmal eine Geduldssache werden. Diese Vierbeiner überlegen lieber zweimal, ob ihnen die gestellte Aufgabe sinnvoll erscheint und ob sie diese auch ausführen möchten. Dazu gehören beispielsweise die Rassen Beagle, Dackel und Englische Bulldogge. Natürlich gibt es auch innerhalb einer Rasse viele unterschiedliche Charaktere, die sich nicht immer verallgemeinern lassen.

Sehr sportliche Hunde sind beispielsweise Border Collies oder Australian Shepherds. Diese Hunde haben oft viel Spaß an Hundesportarten, bei denen sie konzentriert eine Aufgabe ausführen können, wie beispielsweise beim Dog Dancing oder Frisbee. Weitere sportliche Hunde sind Terrier, Whippets, Windhunde, Beagle, Rhodesian Ridgeback oder Retriever.

Sehr große Hunde, wie Doggen oder Berner Sennenhunde, sind oft anfällig für Gelenkschäden. Diese Hunderassen sollten Sport, bei dem es auf die Wenigkeit und Sprünge ankommt, eher weniger ausführen. Für große Hunde sind Hundesportarten geeignet, bei denen die Ausdauer, Kraft und Intelligenz gefordert wird. Das kann beispielsweise Mantrailing, Zughundesport oder auch Obedience sein.

Das Wichtigste ist jedoch immer, dass dein Hund Spaß hat, nicht überfordert wird und keine gesundheitlichen Schäden hat. Lasse deinen Vierbeiner am besten von einem Tierarzt untersuchen, bevor du mit einem Hundesport startest. Wenn die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, kannst du ausprobieren was dir und deinem Hund Spaß macht. Du kannst dich auch in deiner Hundeschule beraten lassen und vielleicht dort beispielsweise einen Agility Kurs besuchen. Denke jedoch immer daran, dass es dabei darum geht, dir und deinem Hund etwas Gutes zu tun und gemeinsam Spaß und Bewegung zu haben.

Hunde ziehen Mensch

Fehler im Hundesport

So schön der Hundesport auch ist, solltest du dennoch darauf achten, bestimmte Fehler nicht zu begehen. Nachfolgend sind einige davon dargestellt. Das Wichtigste ist immer, dass dein Hund und du körperlich und geistig fit für den ausgewählten Hundesport seid, viel Spaß daran habt und nichts mit Druck oder Zwang ausübt. 

Überforderung

Ein großer Fehler ist es, zu früh mit deinem Vierbeiner intensiven Hundesport zu machen. Sportarten, bei denen dein Hund viel läuft, beispielsweise Canicross, sollten erst ausgeführt werden, wenn dein Hund ausgewachsen ist. Startest du zu früh, schädigst du seine noch nicht vollständig entwickelten Knochen. Außerdem sind junge Hunde schnell überfordert und brauchen viele Pausen. Aber auch erwachsene Vierbeiner sollten auf keinen Fall stundenlang trainiert werden.

Achte auf die Signale und Körpersprache deines Hundes oder stelle dir ein zeitliches Limit für euer Hundesport-Training. Meist zeigt dein Hund sehr gut an, wann es ihm zu viel wird und er eine Pause braucht. Idealerweise hörst du aber mit einer Trainingseinheit auf, wenn dein Hund noch fit ist und gerade viel Spaß hat. Das klingt vielleicht erstmal seltsam, aber so hat deine Fellnase das Training gut in Erinnerung, möchte mehr und freut sich somit bereits auf die nächste Hundesport-Einheit, in die er dann motiviert starten kann. Wenn du dagegen so lange trainierst, bis dein Vierbeiner von sich aus keine Lust mehr hat, verliert er nach und nach möglicherweise gänzlich die Lust an diesem Hundesport.

Aufregung 

Hundesport ist für die meisten Hunde eine tolle Beschäftigung und dank seiner Vielfältigkeit ist auch für nahezu jeden Vierbeiner etwas dabei. Dennoch können manche Hundesportarten für bereits sehr aufgedrehte und hyperaktive Hunde eher schädlich sein. Durch die Aufregung wird das Stresshormon Cortisol in großen Mengen ausgeschüttet und bei bereits grundsätzlich aufgeregten Hunden auf Dauer nicht mehr ausreichend abgebaut. Dieser übermäßig hohe Cortisolgehalt kann dazu führen, dass dein Hund sogar krank wird. Falls du das Gefühl hast, dass dein Hund ständig nervös oder aufgedreht ist, solltest du ihn von einem Tierarzt untersuchen lassen und aufregende Hundesportarten wie Agility nicht mehr ausführen.

Anzeichen für Stress sind beispielsweise start geöffnete Augen, Stressfalten, häufiges Bellen oder Schütteln, starkes Hecheln, Zittern und auch auffälliges Verhalten oder Beißen. Natürlich kann ein Hund nach einem Agility Training aufgeregt sein, dennoch sollte dieser Zustand nicht anhalten und auch keine negativen Aspekte mit sich bringen.

Bei der Auswahl des Hundesports sollte in solchen Fällen zum einen darauf geachtet werden, dass du mit deinem Hund in einer möglichst stressarmen Umgebung und Atmosphäre trainieren kannst. Zum anderen solltest du einen ruhigeren Hundesport wie beispielsweise Obedience oder Degility wählen und selbst die ganze Zeit Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. 

Fehlendes Aufwärmen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Aufwärmen. Wie wir Menschen sollten sich auch unsere Vierbeiner vor dem Training aufwärmen. Besonders bei körperlich anstrengenden Aktivitäten wie Agility, Dog Frisbee oder Zughundesport, solltest du deinen Hund zuvor etwas bewegen. Vorab ein kleiner Spaziergang und ein langsames Starten mit den Übungen ist hierbei hilfreich. Startest du mit deinem Hund „kalt“, also ohne ihn vorher etwas zu bewegen und aufzuwärmen, kann es zu ernsthaften Muskel- oder Sehnenverletzungen kommen.

Training direkt nach einer Mahlzeit

Es ist ebenfalls ratsam, nicht direkt nach einer Mahlzeit deines Vierbeiners zu trainieren. Gib deinem Hund ein bis zwei Stunden oder mehr Pause und starte dann erst mit dem Training. Auch wenn man sich der Zusammenhänge nicht ganz einig ist, könnte es durch zu viel Bewegung direkt nach einer Mahlzeit zu einer sogenannten Magendrehung bei deinem Hund kommen. Dabei dreht sich der Magen und wird sowohl am Mageneingang als auch am Magenausgang abgeschnürt. Dies kann zu Organschäden, Kreislaufversagen, Herzrhythmusstörungen und sogar bis zum Tod führen.

Falscher Umgang mit deinem Hund 

Ein weiterer großer Fehler, der nie im Umgang mit deinem Hund gemacht werden sollte, ist Gewalt. Damit erreichst du nichts, außer dass dein Hund aggressiv wird oder Angst vor dir hat. Außerdem verliert dein Hund das Vertrauen in dich. Stattdessen solltest du deinen Hund zwar konsequent erziehen und klarstellen, dass du der Rudelführer bist, aber dennoch nie körperliche oder psychische Gewalt anwenden. Im Training kannst du mit positiver Verstärkung, Lob und Ignorieren von unerwünschtem Verhalten arbeiten. Wenn du dir bei dem Thema Hundeerziehung unsicher bist, kannst du dir hier unseren Artikel dazu durchlesen. (LINK) Außerdem ist es immer ratsam, eine Hundeschule zu kontaktieren und dir dort Tipps zur Erziehung oder einem bestimmten Hundesport zu holen oder einen Kurs zu besuchen.

Versuche diese Fehler zu vermeiden, auf deinen Hund zu achten und einen Hundesport zu finden, der euch beiden viel Spaß macht und einen Ausgleich zum Alltag bietet. Wir wünschen dir viel Freude und Erfolg beim Training und den sportlichen Herausforderungen mit deinem Liebling!

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