Apportieren mit Hund

Apportieren lernen – so klappt es bei jedem Hund

Du hast einen jungen Hund und bist gerade auf der Suche nach einer passenden Beschäftigung, um ihn auszulasten? Oder möchtest du deiner älteren Fellnase etwas Neues beibringen? Dann ist dieser Artikel zum Thema Apportieren genau das Richtige für dich. Hier erfährst du, was Apportieren ist, wie es funktioniert, wie du es übst, welche Hilfsmittel du benötigst und was du tun kannst, wenn es mal nicht funktioniert. Vielleicht wird das Apportieren ja zu einer neuen Lieblingsbeschäftigung für dich und deinen Hund. Viel Spaß beim Lesen!

Inhalt

  1. Was versteht man unter dem Begriff Apportieren?
  2. Wie trainiere ich Apportieren?
  3. Möglichkeit 1: Apportieren mit Futterdummy
  4. Möglichkeit 2: Apportieren ohne Futterdummy
  5. Warum apportiert mein Hund nicht?
  6. Apportieren ab welchem Alter?
  7. Kann jeder Hund Apportieren lernen?
  8. Ist Apportieren gut für meinen Hund?
  9. Ausrüstung beim Apportieren
  10. Fehler beim Apportieren

Was versteht man unter dem Begriff Apportieren?

Das Wort „Apportieren“ leitet sich von dem lateinischen Wort „apportare“ ab und bedeutet „herbeibringen“. Dieser Begriff wurde ursprünglich in der Jagd verwendet. Er beschreibt das Herbeibringen der erlegten Beute durch den Hund zu dem Jäger. Heute bezeichnet Apportieren mit dem Hund aber auch das Bringen von anderen Gegenständen wie beispielsweise Bällen, Dummys oder Spielzeug. Einige Hunde, insbesondere Jagdhunde, zeigen dieses Verhalten oft von sich aus. Andere Hunde hingegen müssen es erst erlernen. Hunde, deren Aufgabe das Apportieren, also Herbeibringen der Beute bei der Jagd war, sind heute unter dem Beinamen „Retriever“ bekannt.

Wie trainiere ich Apportieren?

Es gibt unterschiedliche Ansätze, deinem Hund das Apportieren beizubringen. Im Folgenden zeigen wir dir zwei verschiedene Möglichkeiten, wie du das Apportieren Schritt für Schritt üben kannst.

Möglichkeit 1: Apportieren mit Futterdummy

Diese erste Variante ist geeignet für Hunde, die sehr auf Leckerlis fokussiert sind. Wenn du merkst, dass diese Variante für euch nicht funktioniert und sich dein Hund eher mit einem Zerrspiel motivieren lässt, ist für euch Möglichkeit 2 die bevorzugte Trainingsvariante. 

Schritt 1: Vorbereitung auf das Apportieren

Zu Beginn ist es hilfreich, das Apportieren mit einem Futterdummy zu trainieren. Dabei verknüpft der Hund meistens schneller den Gegenstand und die Belohnung miteinander. Ein Futterdummy ist ein länglicher, hohler und verschließbarer Beutel, in den Leckerlis gefüllt werden können. Dein Hund muss jedoch zunächst lernen, dass der Dummy eine Belohnung bedeutet. Gib deinem Vierbeiner in anderen Trainingssituationen nun immer Leckerlis direkt aus dem Dummy. Das musst du so lange wiederholen, bis dein Hund verstanden hat, dass es die Belohnung aus diesem Gegenstand gibt. Das kannst du auch später immer wieder üben und somit auffrischen.

Schritt 2: Beginn des Trainings

Sobald dein Hund verstanden hat, dass er seine Belohnung aus dem Futterdummy bekommt, kannst du mit dem Apportier-Training beginnen. Fülle dafür den Dummy mit besonders guten Leckerlis. Zeige deinem Hund den gefüllten Beutel, aber lass ihn diesmal nicht daraus fressen. Verschließe ihn stattdessen und wirf ihn weg oder lege ihn ein Stück entfernt ab. Sobald dein Hund zu dem Dummy läuft, fängst du an, ihn zu loben. Motiviere ihn, den Gegenstand aufzunehmen und zu dir zu bringen.

Dieser Schritt kann viel Geduld erfordern. Erwarte anfangs nicht zu viel von deinem Hund, sondern lobe ihn überschwänglich, wenn er den Dummy nur kurz ins Maul nimmt. Geh dann direkt zu ihm, öffne den Dummy und gib deinem Hund eine Belohnung daraus. So kannst du dich Schritt für Schritt steigern. Achte aber darauf, dass er mit dem Dummy nicht davonläuft. Ist dies der Fall, läufst du rückwärts von deinem Hund weg, nicht auf ihn zu. 

Der zweite Schritt ist dann erfolgreich, wenn folgender Ablauf klappt: Du wirfst den Dummy oder legst ihn weg und entfernst dich von der Stelle. Dein Hund läuft zu dem Gegenstand und nimmt ihn auf. Dann bringt er ihn zu dir und gibt ihn auch freiwillig ab. Dies kann einige Zeit dauern. Wichtig dabei ist, dass der Hund den Dummy nicht von allein öffnen kann, sondern wirklich nur bei dir an seine Leckerlis kommt.

Schritt 3: Einführung des Kommandos

Wenn du das Apportieren mit deinem Hund professionell trainieren möchtest, wird meistens das Kommando „Apport!“ verwendet. Wenn du irgendwann eine Hundeprüfung mit deinem Vierbeiner ablegen möchtest, macht es Sinn, von Anfang an dieses Kommando zu benutzen. Wenn du aber einfach nur in deiner Freizeit trainierst, kannst du natürlich auch andere Worte wie beispielsweise „Hol“ oder „Bring“ verwenden. Du kannst dein gewähltes Kommando auch schon im zweiten Schritt einführen. Hier erklären wir dir aber, wie du es erst im dritten Schritt verwendest.

Wenn du und dein Vierbeiner Schritt 2 erfolgreich absolviert habt, folgt nun das Einführen des Kommandos zum Apportieren. Sage nun beispielsweise „Bring“ immer dann, wenn dein Hund gerade den Dummy hochhebt. Das musst du vermutlich etwa 50 Mal oder noch öfter üben, bis dein Vierbeiner den Zusammenhang wirklich verstanden hat und die beiden Dinge verknüpft. Nach und nach sagst du das Kommando eher, also wenn dein Hund gerade auf dem Weg zu dem Dummy ist.

Trainierst du mit einem Clicker, kannst du klicken, wenn dein Hund den Dummy aufhebt. Wenn du testen möchtest, ob dein Hund das Kommando verstanden hat oder nur dem fliegenden Beutel hinterherrennt, kannst du deinen Hund im Sitzen oder Liegen warten lassen, während du den Dummy ablegst. Anschließend sagst du dein gewähltes Kommando. So siehst du, ob dein Hund den Befehl verstanden hat und den Futterdummy zu dir bringt oder ob noch Übung notwendig ist. Übe bis hierhin das Apportieren am besten noch mit einem gefüllten Futterdummy, damit dein Hund die nötige Motivation hat.

Schritt 4: Apportieren eines leeren Dummys

Der vierte Schritt in dieser Apportier-Anleitung ist das Apportieren eines nun nicht mehr gefüllten Futterdummys. Wenn du einfach bei einem gefüllten Dummy bleiben willst, kannst du das natürlich auch tun und bei Schritt 3 aufhören. Wenn du jedoch auch andere Gegenstände apportieren lassen willst, solltest du irgendwann den Dummy nicht mehr mit Futter befüllen.

Wichtig ist, dass du natürlich trotzdem noch eine tolle Belohnung für deinen Vierbeiner dabei hast, aber jetzt beispielsweise einfach in deiner Jackentasche. Gehe nun wie gewohnt vor und belohne deinen Vierbeiner diesmal mit den Leckerlis aus deiner Tasche. Sollte dies zu einem Problem werden, gehe nochmal zu Schritt 3 und reduziere das Futter nach und nach und belohne deinen Hund abwechselnd mit Futter aus dem Dummy und aus deiner Tasche.

Schritt 5: Umsteigen auf einen anderen Gegenstand

Wenn du nicht immer nur mit dem Dummy üben möchtest, kannst du nach Schritt 4 auch auf ein anderes Apportel umsteigen. Dafür ist es wichtig, dass dein Hund das Prinzip des Apportierens verstanden hat und auch einen leeren Dummy apportiert. Nimm zunächst am besten einen Gegenstand, der dem Dummy sehr ähnlich sieht. Wirf nun abwechselnd den neuen Gegenstand und den bekannten Dummy. Gib deinem Hund jedes Mal eine tolle Belohnung, wenn er das gewünschte Apportel zu dir bringt. Sag auch hier jedes Mal dein vorher geübtes Kommando.

Falls dein Hund von dem neuen Gegenstand überfordert ist und irgendwann gar nichts mehr apportiert, mache eine Pause und gehe im Training wieder ein paar Schritte zurück, um deinen Hund an den Ablauf zu erinnern.

Wenn du einen Hund hast, der sehr gerne schwimmt, kannst du das Apportieren auch aus dem Wasser üben. Dazu wirfst du das Apportel beispielsweise einfach in einen See und lässt ihn dir daraus von deinem Vierbeiner bringen. Vor allem die Rassen Labrador Retriever, Golden Retriever, Landseer und Neufundländer gehen meist gerne ins Wasser. Achte darauf, dass du nicht an einem Fluss mit starker Strömung übst. Das könnte für deinen Hund lebensgefährlich werden. Auch sollte dein Hund vor dem Apportieren aus dem Wasser nicht unmittelbar gefressen haben und ebenfalls zuvor aufgewärmt sein und nicht komplett „kalt“ in das Wasser springen.

zwei Hunde apportieren

Möglichkeit 2: Apportieren ohne Futterdummy

Es gibt eine zweite Möglichkeit des Trainings, die vor allem dann sinnvoll ist, wenn du merkst, dass dein Hund nicht an dem abgelegten oder geworfenen Gegenstand interessiert ist. Sie funktioniert auch dann, wenn dein Vierbeiner mit dem Apportel immer sofort von dir wegläuft. Die Methode funktioniert besonders gut, weil der Hund zuerst lernt, das Apportel aus dem Maul in die Hand des Menschen zu übergeben und danach erst das eigentliche Holen trainiert wird.

Schritt 1: Zur Beute machen

Gib deinen Apportiergegenstand nicht aus der Hand, sondern zeige deinem Hund wie interessant dieser ist, indem du ihn ruckartig hin und her bewegst. So simulierst du eine potentielle Beute, die er fangen kann. Bewege den Gegenstand dabei nie auf deinen Hund zu, sondern immer von ihm weg. Eine echte Beute würde schließlich auch nie in das offene Maul deines Hundes laufen.

Bei dieser Trainingsvariante eignet sich ein gut greifbares Spielzeug besser als ein Futterdummy. Wenn du nach ein paar Sekunden des Bewegens merkst, dass dein Hund gerne in das Spielzeug beißen würde, dann lass ihn zuschnappen. Im Moment des Reinbeißen sagst du ein Kommando wie beispielsweise “Nimm!”. Bewege die Beute weiter und mache daraus ein kleines Zerrspiel mit deinem Hund. Anschließend hörst du plötzlich auf, das Apportel zu bewegen und signalisierst somit den Tod der “Beute”. Das führt dazu, dass dein Hund das Interesse an der Beute verliert und freiwillig loslässt. Sage im Moment des Loslassens ein Kommando wie “Danke”, und nimm es von nun an immer, wenn dein Vierbeiner dir das Apportel übergeben soll. 

Schritt 2: Beute mit Sicherung werfen

Wenn dein Hund dir das Apportel mit dem gewählten Kommando zuverlässig übergibt, kannst du nun zum Werfen übergehen. Dazu befestigst du anfangs einfach eine Leine an dem Apportel. So kann sich dein Hund nicht direkt mit der Beute aus dem Staub machen. Behalte nun ein Ende der Leine in der Hand und wirf das andere Ende samt Apportel. Ziehe es noch etwas hin und her, damit dein Hund sich mit Freude darauf stürzt. 

Wenn dein Hund den Gegenstand ins Maul genommen hat, hole die Leine langsam mitsamt Hund und Beute ein, bis du das Apportel wieder mit beiden Händen hast. Nimm es deinem Vierbeiner aber auf keinen Fall gleich weg, da er sonst damit beim nächsten Mal nicht mehr zu dir kommt. Spiele noch ein bisschen mit deinem Hund Zerren. Dann lass die Beute wieder erstarren und nimm sie mit dem Wort “Danke” oder dem von dir gewählten Kommando entgegen, wenn er loslässt. Sollte dein Vierbeiner in deine Hand beißen, statt in das Apportel, brich das Spiel sofort ab. 

Schritt 3: Beute werfen mit Loslassen

Wirf nun das Apportel und lass diesmal die Leine los. Bewege dich rückwärts von deinem Hund weg und rufe ihn mit seinem Namen. Wenn er zu dir kommt, nimm das Apportel mit beiden Händen und spiele wieder etwas damit, bevor du dir die Beute wie zuvor von deinem Hund übergeben lässt. Falls dich dein Hund dabei vor Ungeduld anspringt, leg sofort eine Trainingspause ein. Sollte dein Hund nicht zu dir kommen, geh auf keinen Fall auf ihn zu, sondern immer von ihm weg. 

Schritt 4: Beute werfen ohne Sicherung

Wiederhole nun dieselbe Übung, ohne das Apportel an einer Leine zu haben. Wenn das gut klappt, kannst du es auch langsam weiter weg werfen. Bevor du zu diesem Trainingsschritt übergehst, sollte dein Hund die vorherigen wirklich gut beherrschen. Das kann sehr viele Wiederholungen benötigen, aber zahlt sich am Ende aus. Gehst du zu schnell vor, kann es sein, dass dein Hund irgendwann nicht mehr versteht, was du möchtest. Dann ist es sinnvoll, im Training ein paar Schritte zurück zu gehen.

Schritt 5: Beute tragen lassen

Im nächsten Schritt fasst du nun nicht mehr sofort an das Apportel, wenn dein Vierbeiner dir dieses bringt. Gehe stattdessen ein paar Schritte rückwärts von deinem Hund weg und sage beispielsweise das Kommando “Nimm’s mit”. Wenn er dir mit dem Apportel folgt, kannst du ihm dieses mit dem Danke-Kommando abnehmen, ohne diesmal ein Zerrspiel zu starten. 

Es ist wichtig mit dem Zerrspiel irgendwann aufzuhören, wenn du deinen Hund Gegenstände wie dein Smartphone oder die Zeitung apportieren lassen möchtest. Denn diese Dinge könnten kaputt gehen, wenn dein Vierbeiner dann daran zerren möchte. Damit dein Hund trotzdem seinen Spaß haben kann, belohne ihn alternativ nach der Übergabe einfach mit einem anderen Spielzeug, an dem er als Belohnung zerren darf.

Schritt 6: Impulskontrolle

Dieser Schritt ist nicht zwingend notwendig, sondern ein angenehmer Zusatz. Wenn dein Vierbeiner beim Apportier-Training gar nicht still sitzen kann oder du einfach möchtest, dass er wartet, bis du das Apportel geworfen hat, kannst du diesen Schritt trainieren. Hierbei muss dein Hund lernen, seine Impulse zu kontrollieren und nicht sofort dem Apportel hinterherzulaufen. Setze oder lege deinen Vierbeiner dazu neben dir ab, wirf das Apportel und sag dazu noch einmal “Sitz!”. Warte kurz und gib dann das Kommando “Nimm” oder “Los”, um deinem Hund zu sagen, dass er nun zu dem Apportel laufen darf. Du kannst deinen Vierbeiner auch zunächst an die Leine nehmen und deinen Fuß auf diese stellen,  wenn er im Sitz vor lauter Freude nicht warten kann.  

Apportieren Ball

Warum apportiert mein Hund nicht?

Wie bei jeder Aktivität mit deinem Hund kann es passieren, dass er nicht das tut, was du von ihm möchtest. Das kann viele Nerven und Geduld kosten. Wenn dein Hund den zu apportierenden Gegenstand nicht bringt, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Ein paar davon sind im Folgendem beschrieben.

  • Unverständnis: Wenn dein Hund nicht apportiert, kann das schlichtweg daran liegen, dass er noch nicht verstanden hat, was du von ihm möchtest. Beginne im Training langsam und gehe ein paar Übungsschritte zurück. Wenn du erneut mit den Basics startest, hat dein Vierbeiner es leichter, zu verstehen, was du von ihm möchtest. Falls es gar nicht funktioniert, kannst du dir auch in einer Hundeschule Hilfe suchen.

  • Fehlender Anreiz: Der Grundgedanke hinter dem Apportier-Training mit Methode 1 ist ja, dass dein Hund eine schmackhafte Belohnung bekommt, wenn er dir den Gegenstand bringt. Ist nun aber in dem Futterbeutel ein langweiliges Trockenfutter, dass er sowieso jeden Tag bekommt, ist dies für deinen Hund eventuell kein ausreichender Anreiz, um den Gegenstand zu dir zu bringen. Versuche es stattdessen mit einem besonderen Leckerbissen, den dein Vierbeiner dann auch wirklich nur beim Apportieren bekommt.  

  • Überforderung: Es kann auch sein, dass dein Hund nicht apportieren will, weil du schon zu lange am Stück trainierst oder die letzte Trainingseinheit so lange war, dass dein Vierbeiner keinen Spaß mehr daran hat. Mache ein paar Tage Pause und starte dann erneut aber mit einer sehr kurzen Einheit, bei der du besonders motiviert auftrittst und deinem Hund eine sehr leckere Belohnung gibst. So kannst du seine Freude am Training Stück für Stück wieder aufleben lassen. Falls dies nicht funktioniert, musst du dich vorerst nach einer anderen Beschäftigung umsehen.

  • Verbote im Welpenalter: Wenn du deinem Hund in jungen Jahren immer wieder verboten hast, Dinge aufzuheben und herumzutragen, weil es damals beispielsweise deine Schuhe waren, traut er sich jetzt möglicherweise nicht mehr etwas aufzuheben. Stattdessen kannst du deinem Welpen von Anfang an das „Bring“ lernen. So kommt er dann auch beispielsweise mit dem Schuh zu dir und gibt dir diesen gegen eine leckere Belohnung ab. So vermeidest du auch, dass du deinem Hund hinterherjagen musst und dieser dadurch immer aufgedrehter wird und das Ganze als Spiel ansieht.

  • Zu viel Futter: Ein ganz simpler Grund, weshalb dein Hund nicht apportiert, kann sein, dass er einfach keinen Hunger hat und deshalb die Belohnung nicht als Anreiz sieht. Trainiere das Apportieren am besten, wenn dein Vierbeiner hungrig ist und ziehe die Menge der Belohnungen von der Tagesration ab, um Übergewicht deines Hundes zu vermeiden.

Hund lässt nicht los
  • Hund lässt nicht los: Ein häufig auftretendes Problem ist es, dass dein Hund das Apportel nicht loslässt. Wenn diese Situation auftritt, halte das Apportel weiterhin mit einer Hand fest und hole mit der anderen ein besonders gutes Leckerli aus deiner Tasche, das du deinem Vierbeiner direkt an die Nase hältst. Gib dein gewähltes Übergabekommando, zum Beispiel “Danke” erst und nur, wenn du merkst, dass dein Vierbeiner locker lässt. Gib ihm anschließend das Leckerli. Wichtig ist, dass du danach noch kurz mit deinem Hund und dem Apportel spielst, das er so gerne haben wollte. Tust du dies nicht, wird er sich vielleicht beim nächsten Mal gegen den Keks entscheiden, weil er lieber das Apportel haben möchte. 

  • Ablenkung: Wenn sich dein Hund nicht mehr auf das Apportieren konzentriert, sondern abgelenkt ist, kann es sein, dass du zu lange trainiert hast. Achte darauf, die Übungseinheiten kurz zu halten. Wenn er bereits von Beginn an unkonzentriert ist, kannst du deinen Vierbeiner auch anleinen. So kann er nicht einfach weglaufen und fokussiert sich, besser auf dich. In einigen Fällen findet der Hund auch einfach das Apportel nicht interessant genug. Probiere verschiedene Gegenstände aus und nimm statt des unspektakulären Balles beispielsweise sein Lieblingsspielzeug. 

Apportieren ab welchem Alter?

Grundsätzlich muss dein Hund kein bestimmtes Alter erreichen, um mit dem Apportieren beginnen zu können. Es ist sogar ein Vorteil, wenn du mit deinem Vierbeiner früh startest und ihm beibringst, Gegenstände aufzuheben und an dich abzugeben. Das kannst du bereits mit einem Welpen üben. Natürlich solltest du darauf achten, die Trainingseinheiten bei einem Welpen oder einem Junghund sehr kurz zu halten, damit dein Vierbeiner auf keinen Fall überfordert wird. Auch viel Rennen oder abrupte Stopps, wie beispielsweise bei dem Fangen eines von dir geworfenen Gegenstandes, sollte bei jungen Hunden vermieden werden. Dies könnte sonst zu Gelenkschäden führen, da diese noch nicht voll entwickelt sind. Du kannst das Apportel zu Beginn einfach nur ein paar Meter entfernt ablegen und ihn dir von deinem Hund bringen lassen.

Ebenfalls zu beachten ist, dass junge Hunde etwa im Alter von vier bis sechs Monaten im Zahnwechsel sind. In dieser Zeit schmerzt das Maul, was dazu führen kann, dass dein Vierbeiner in dieser Zeit das Apportel nicht in den Mund nehmen möchte oder ihn im Gegenteil nicht mehr hergeben und lieber darauf herumkauen möchte. Dafür musst du in dieser Zeit Verständnis haben, einfach abwarten und auf eine andere Beschäftigung umsteigen.

Ältere Hunde können das Apportieren auch noch lernen. Aber auch hier solltest du auf eventuell bestehende körperliche Einschränkungen deines Hundes achten. Wenn er beispielsweise bereits Gelenkprobleme hat, ist es wichtig ihn nicht zu überfordern. Leg den zu apportierenden Gegenstand vielleicht auch hier nur ein paar Meter entfernt von deinem Vierbeiner auf den Boden und lasse ihn dir von ihm in seinem eigenen Tempo bringen.

Welpe apportiert

Kann jeder Hund apportieren lernen?

Jeder Hund kann das Apportieren lernen. Die meisten Vierbeiner finden auch Gefallen daran, Gegenstände aufzuspüren, aufzuheben und zu dir zu bringen. Das Apportieren kann sehr gut jedem Alter, jeder Rasse und den jeweiligen Bewegungsmöglichkeiten deines Hundes angepasst werden. Das Apportel kann geworfen oder einfach nur ruhig abgelegt werden, wodurch dieser Sport auch für alte oder sehr junge Hunde geeignet ist. Dennoch ist es von Vorteil, wenn dein Hund bereits etwas erzogen ist und die Grundkommandos beherrscht. Wenn du mehr zu dem Thema Hundeerziehung wissen möchtest, findest du hier einen Artikel dazu auf unserem Blog. Auch sollte sich dein Vierbeiner problemlos anleinen lassen, um das Apportieren auch im Gelände üben zu können.

Ist Apportieren gut für meinen Hund?

Wenn du dir einen Hund in dein Leben holst, bedeutet dies immer, dass du dich in irgendeiner Weise mit deinem Vierbeiner sportlich betätigen musst. Fehlt deinem Hund die körperliche und geistige Auslastung, wird er unglücklich und zeigt nach einiger Zeit wahrscheinlich ein verändertes oder negatives Verhalten. Manche Hunde werden aggressiv, andere hingegen eher depressiv. Natürlich brauchen nicht alle Hunde gleich viel Beschäftigung und Bewegung, das hängt sehr von der Rasse und dem individuellen Hund ab. Um für dich und deinen Vierbeiner die ideale Beschäftigung zu finden, kannst du dich in deiner Hundeschule beraten lassen oder unseren Artikel zum Thema Hundesport durchlesen, den du hier findest.

Eine mögliche sportliche Aktivität ist das Apportieren. Wenn dein Hund körperlich fit genug dafür ist und auch Spaß daran hat, ist dies eine tolle Möglichkeit euch beide zu beschäftigen, eure Bindung zu stärken und einfach gemeinsam etwas zu unternehmen. Dein Hund nimmt dich durch das Apportier-Training als interessanten Partner wahr, der ihm etwas beibringt und auf den er sich konzentrieren und verlassen kann. Wenn du dich fragst, ob das Apportieren schlecht für deinen Hund sein könnte, kannst du ihn zuvor von einem Tierarzt auf körperliche Probleme untersuchen lassen und anschließend die Geschwindigkeit des Trainings an die Möglichkeiten deines Vierbeiners anpassen. Wenn du auch noch darauf achtest, dass er wirklich Spaß am Apportier-Training hat, ruhig und gelassen bleibst und dich im Notfall in einer Hundeschule beraten lässt, kannst du eigentlich nichts mehr falsch machen.

Die Zusammenarbeit und die gemeinsame Bewegung beim Apportieren stärken außerdem die Verbindung und das Vertrauen zwischen dir und deinem Hund.

Apportieren funktioniert aber nicht nur draußen, sondern kann auch sehr gut in einem Raum geübt werden, wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Außerdem ist es bei Hunden, die sich draußen von jedem Geräusch ablenken lassen sinnvoll, die Grundlagen des Apportierens zunächst Indoor zu trainieren. Du kannst das Apportel zu Beginn einfach im Raum ablegen und es dir von deinem Hund bringen lassen. Um den Schwierigkeitsgrad bei eurem Apportier-Training zu steigern, kannst du den Gegenstand beispielsweise verstecken. Oder du bringst deinem Vierbeiner die Namen verschiedener Objekte bei und lässt sie dir einzeln bringen. Beispielsweise kannst du einen Ball einfach „Ball“ nennen oder ein Kuscheltier „Hase“. Dein Hund muss dir nun bei dem Kommando „Bring Ball“ auch wirklich den Ball bringen und nichts anderes. Dies ist auch ein toller Trick, um Besuch zu beeindrucken.

Ausrüstung beim Apportieren

Beim Apportieren ist grundsätzlich keine besondere Ausrüstung nötig. Du brauchst lediglich einen Gegenstand, beispielsweise einen Dummy, der von deinem Hund apportiert werden kann. Ein Dummy ist ein länglicher Gegenstand aus einem robusten Material wie Leder, an dem eine Schnur als Wurfhilfe angebracht ist. Dieser ist entweder mit Sägemehl oder einem Kunststoffgranulat gefüllt oder innen leer, sodass Leckerlis oder Trockenfutter eingefüllt werden können. Letzterer wird auch Futterdummy genannt und ist besonders geeignet für das Apportier-Training. Da dein Hund nicht von allein an die Leckerlis kommt, muss er dir den Futterdummy bringen und wird dann aus diesem Dummy belohnt. So lernt dein Vierbeiner, dass er nur an die Leckereien kommt, wenn er dir den Dummy bringt.

Natürlich kannst du auch andere Gegenstände verwenden, wie zum Beispiel einen Ball oder ein abgerundetes Stück Holz. Wichtig ist hierbei, dass sich dein Hund an dem Wurfgegenstand nicht verletzen kann. Er sollte also keine spitzen Ecken haben, nicht splittern und groß genug sein, damit er von deinem Vierbeiner nicht verschluckt werden kann. Es ist ebenfalls hilfreich, den verwendeten Gegenstand wirklich nur für das Training zu benutzen und nicht immer frei zugänglich herumliegen zu lassen. So lernt dein Hund den Unterschied zwischen dem Trainingsgegenstand und einem normalen Spielzeug.

Des Weiteren sind Leckerlis hilfreich, um deinen Hund zu belohnen und ihm zu zeigen, dass er etwas richtig gemacht hat. Falls ihr auf offenem Gelände trainiert, ist festes Schuhwerk für dich sinnvoll . Nimm für deinen Hund eine lange Schleppleine mit, falls dieser nicht absolut zuverlässig auf deinen Rückruf hört oder gerne mal Wild hinterherjagt. Beim Apportieren ist das Zubehör also wirklich überschaubar und diese Beschäftigung somit gut geeignet, wenn du nicht gleich viele Dinge kaufen möchtest.

Fehler beim Apportieren

Auch beim Apportieren solltest du ein paar Dinge unbedingt vermeiden. Lies dir die Hinweise gut durch und versuche sie zu beachten, um ein tolles Apportier-Training mit deinem Vierbeiner zu haben, das euch beiden Spaß macht und gut tut. 

Gewalt:

Ein großer Fehler ist es, den Hund mit Gewalt zum Apportieren zwingen zu wollen. Gewalt sollte nie ein Bestandteil in der Hundeerziehung sein und auch niemals im Training angewendet werden. Wenn du mehr über das Thema Hundeerziehung wissen möchtest, findest du dazu hier einen Artikel auf unserem Blog. Falls dein Hund nicht apportiert, lies dir unsere oben genannten Ursachen dafür noch einmal durch und versuche das Problem zu erkennen und zu beheben oder wende dich an deine Hundeschule. Mit Ruhe, Gelassenheit, Ignorieren des Fehlverhaltens und eventuell professioneller Hilfe, kommst du im Training mit deinem Hund viel weiter. Ebenfalls wird eure Beziehung zueinander nicht gefährdet, was durch Gewalt schnell passieren kann.

Falsche Gegenstände:

Ein Fehler ist auch das Apportieren mit ungeeigneten Gegenständen, an denen sich dein Hund verletzen kann. Dazu gehören sehr kleine Gegenstände, die dein Vierbeiner verschlucken kann, aber auch Plastikobjekte, die leicht zersplittern. Ebenfalls nicht für das Apportieren geeignet, sind Stöcke. Durch die spitzen Enden kann sich dein Hund sehr leicht im Maul- und Rachenraum verletzen, was zu Entzündungen führen kann.

Falsches Verhalten:

Achte beim Apportieren darauf, dass du deinem Vierbeiner den Gegenstand nicht einfach aus dem Maul reißt, sobald er mit diesem bei dir ankommt. Dies würde dazu führen, dass dein Hund das nächste Mal diesen nicht mehr zu dir bringt. Mache stattdessen ein Tauschgeschäft und gib ihm sein Lieblingsleckerli, sodass er den Gegenstand gerne loslässt. Bei Hunden, die keine Leckerlis mögen, kannst du auch das Lieblingsspielzeug als Belohnung anbieten.

Fehlende Pausen:

Des Weiteren solltest du deinem Vierbeiner ausreichend Pausen zwischen den Trainingseinheiten geben und nicht zu lange an einem Stück trainieren. Sonst verliert dein Hund die Freude an der Beschäftigung oder ist überfordert und möchte beim nächsten Apportier-Training nicht mehr mitmachen.

Fehlender Spaß:

Wenn du merkst, dass weder du noch dein Hund Freude am Apportieren haben, solltest du damit aufhören und eine andere Beschäftigung für euch suchen. Schließlich soll es vor allem Spaß machen und die Verbindung zwischen dir und deinem Vierbeiner stärken.

Wir wünschen dir und deinem Hund viel Spaß und Erfolg beim Apportieren!

wedog - Die Online-Hundeschule

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