Ein Hund schleckt über eine Zahnbürste, die ihm vor die Nase gehalten wird.

Zahnpflege beim Hund – Was muss ich beachten?

Dem Hund die Zähne putzen? Klingt verrückt, bringt aber echte Vorteile für die Gesundheit deines Vierbeiners mit sich! Wenn du die Zähne deines Hundes gut pflegst, kannst du zum Beispiel Zahnstein, Plaque und Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Aber wie geht Zahnpflege beim Hund eigentlich und was ist dabei wichtig? Wir zeigen dir verschiedene Arten der Zahnpflege, damit du für dich und deinen Hund die ideale Routine findest.

Inhalt

  1. Warum sollte ich die Zähne meines Hundes pflegen? 
  2. In welchem Alter sollte ich mit der Zahnpflege beginnen? 
  3. Welche Arten der Zahnpflege gibt es? 
  4. Wie oft sollte ich die Zähne meines Hundes pflegen?

Warum sollte ich die Zähne meines Hundes pflegen? 

Nach dem Zahnwechsel in den ersten Lebensmonaten hat ein Hund in der Regel 42 Zähne. Während er sein Gebiss früher vor allem für das Packen und Zerlegen von Beute benutzt hat, sind gesunde Zähne auch jetzt noch lebenswichtig: Das Futter mag unseren heutigen Haushunden zwar fast bis ins Maul fliegen, aber Kauen müssen sie es immer noch selbst. 

Durch mangelnde Zahnhygiene entstehen nicht selten Zahnerkrankungen: Laut Statistiken haben 80% der Hunde der erwachsenen Hunde Zahnprobleme. Neben Zahnbelag wie Plaque oder Zahnstein können Entzündungen oder gar Zahnausfall das Leben deines Hundes belasten. Die damit verbundenen Schmerzen können zu Futterverweigerung und in Folge auch zu Mangelerscheinungen oder einer Gewichtsabnahme führen. 

Ein weiterer Grund, der für die Zahnpflege spricht: Für die Entfernung von Zahnstein muss dein Hund sediert werden, was gerade im hohen Alter zu einer unnötigen Belastung für Herz und Kreislauf werden kann. Wenn du dich also prophylaktisch der Zahnpflege deines Vierbeiners widmest, kannst du ihm im besten Fall sogar eine Narkose und die damit verbundenen Risiken ersparen. 

Eine Hand zieht die Lefzen eines Hundemauls nach oben, um die sauberen Zähne des Hundes zu zeigen.

In welchem Alter sollte ich mit der Zahnpflege beginnen? 

Der Zahnpflege kannst du dich bereits in den ersten Lebensmonaten und -jahren deines Hundes widmen. Damit dein Hund im Alter davon profitieren kann, solltest du so früh wie möglich starten und nicht darauf warten, dass erste Probleme auftreten. 

Das kommt übrigens nicht nur der Zahngesundheit deines Hundes zu gute – auch Besuche bei einem/einer Tierärzt*in können dadurch entspannter werden. Du kannst zum Beispiel mit deinem Welpen üben, dass er sich die Zähne sowie den Mund- und Rachenraum ausgiebig kontrollieren lässt. Damit legst du nicht nur den Grundstein für die spätere Zahnpflege, sondern eben auch für tierärztliche Untersuchungen.

Wie du mit dem Medical Training bei deinem Welpen starten kannst, zeigt dir Hundetrainer Holger Schüler in einem seiner Welpenkurse. Dort lernst du die richtige Körperpflege und wie du deinen Hund auf erste medizinische Untersuchungen vorbereiten kannst. 

Welche Arten der Zahnpflege gibt es?

Für die Zahnpflege deines Hundes kannst du auf verschiedene Methoden zurückgreifen. Je nachdem wie anfällig dein Hund für Zahnstein oder andere Zahnerkrankungen ist macht es gegebenenfalls sogar Sinn, mehrere Arten von Zahnpflege zu betreiben. Zur Sicherheit solltest du dich tierärztlich beraten lassen, um die richtige Zahnpflege-Routine für dich und deinen Hund zu finden.

Zahnbürste oder Fingerling

Die gängigste Methode ist es, dem Hund die Zähne zu putzen. Viele Hunde sind davon anfangs nicht begeistert, darum solltest du deinen Hund schon im Welpenalter an die Zahnbürste gewöhnen. Aber auch mit einem erwachsenen Hund kannst du das Zahnpflege-Training angehen. Verknüpfe das Ganze möglichst positiv und gehe kleinschrittig vor, um es deinem Hund so einfach wie möglich zu machen.

Um deinem Hund die Zähne zu putzen solltest du auf Hundezahnpasta zurückgreifen – sie macht es dir auf Grund des hundefreundlichen Geschmacks nicht nur leichter, sondern enthält auch nur Inhaltsstoffe, die für Hunde verträglich sind. Außerdem gibt es spezielle Zahnbürsten, die an das Hundegebiss angepasst sind. Auch geräuschlose Ultraschallzahnbürsten für Hunde sind mittlerweile auf dem Markt.

Wenn dein Hund mit der Zahnbürste gar nichts anfangen kann, kannst du alternativ auch einen Fingerling benutzen. 

Ein Golden Retriever bekommt mit einem Fingerling die Zähne geputzt.

Kauartikel

Zahnpflege kannst du nicht nur aktiv durch Zähne putzen betreiben, sondern auch indem du deinem Hund regelmäßig Kauartikel zur Verfügung stellst. Dabei wird die Zahnoberfläche automatisch gereinigt und es kommt zu vermehrtem Speichelfluss, was sich ebenfalls positiv auf die Zahnhygiene auswirken kann. 

Bedenke, dass du deinem Hund nur ungekochte Knochen geben solltest, da Knochen splittern können, wenn sie zuvor erhitzt wurden. Wenn du mehr zum Thema gefährliche Lebensmittel erfahren willst, findest du hier einen passenden Artikel.

Neben Knochen eignen sich auch viele andere Kauartikel für die Zahnpflege, manche wurden sogar eigens dafür entwickelt. Zuckerfreie und kalorienarme Kausnacks empfehlen sich besonders. Des Weiteren sollte der Kauartikel hart genug sein, damit dein Hund längere Zeit damit beschäftigt ist. Falls du deinem Hund nichts Essbares geben kannst, kannst du auf ein Stück Kaffee- oder Olivenholz zurückgreifen. 

Ein Hund liegt auf einer Wiese und hat einen Kauartikel im Maul.

Weitere Methoden

Eine sehr unkomplizierte Möglichkeit sind Zahnputzflocken. Gemeint ist ein Pulver, das Zähne und Zahnfleisch reinigt sowie für einen frischen Atem sorgt. Das Pulver wird pur gefüttert oder unter die normalen Mahlzeiten gemischt.

Ähnlich simpel ist die Verwendung von Dentalspray. Das Spray wird einfach auf die Zähne des Hundes gesprüht. Dabei sollte beachtet werden, dass nicht jeder Hund das Sprühen mag. Im besten Fall gewöhnst du deinen Hund erst daran.

Beide Methoden sind oftmals weniger effektiv als das klassische Zähneputzen, können aber zusätzlich angewendet werden. 

Wie oft sollte ich die Zähne meines Hundes pflegen? 

Idealerweise solltest du dich mindestens einmal wöchentlich bis täglich der Zahnpflege deines Hundes widmen. Besonders bei Hunden, die zu Zahnstein neigen oder ein gewisses Alter erreicht haben, solltest du jeden Tag die Hundezahnbürste in die Hand nehmen. Zusätzlich kannst du deinem Hund nach Bedarf mehrmals wöchentlich Kauartikel zur Verfügung stellen. Denke aber daran, dass du die zusätzlichen Snacks von den normalen Mahlzeiten abziehst, damit dein Hund nicht zunimmt.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Zähneputzen! 

Möchtest du weitere Tipps zur Hundegesundheit erhalten? Dann teste wedog.com. Unsere Trainer*innen stehen dir jederzeit in lehrreichen Online Kursen zur Seite.

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